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Genetik Wissenschaft

Wissenschaftler entdecken Gen, das schlank hält

Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung des IMBA – Institut für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften – berichtet über die Entdeckung eines Gens (ALK), das an der Gewichtsregulierung maßgeblich beteiligt ist.

In der Studie untersuchten die Forscher die Erbgutdaten von über 47.000 Menschen und fanden dabei heraus, dass bei schlanken Menschen gehäuft eine ALK-Mutation auftrat. Um ihre Hypothese zu testen, dass ALK an der Gewichtsregulierung beteiligt ist, legten die Forscher das ALK-Gen bei Fruchtfliegen und Mäusen lahm. Es zeigte sich, dass beim Ausschalten des Genabschnitts die Blutfettwerte trotz zuckerreicher Kost niedrig blieben. Bei den Mäusen zeigte sich zudem, dass der Fettanteil sogar nochmals geringer war, wenn sie fettreiche Ernährung bekamen und sich gleich viel bewegten wie die Mäuse in der Vergleichsgruppe. Die Forscher kamen zum Ergebnis, dass die Blockierung des ALK-Gens im Hypothalamus den Energieverbrauch des Fettgewebes „anheizt“ und die Tiere trotz fettreicher Ernährung schlanker blieben.

Diese Erkenntnisse könnten zu neuen Therapieansätzen zur Vorbeugung von Übergewicht führen, allerdings wird in weiteren Studien untersucht werden müssen, ob diese auch auf den Menschen übertragbar sind.

Referenzen:
Cell, May 21, 2020, DOI: 10.1016 / j.cell.2020.04.034
https://www.cell.com/cell/fulltext/S0092-8674(20)30497-9
Institute of Molecular Biotechnology
https://www.imba.oeaw.ac.at/…/scientists-discover-a-gene-t…/

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Neurologie Psychologie Wissenschaft

Achtsamkeitstraining bietet positive Effekte für Menschen mit MS

Neue Forschungsergebnisse einer kleineren Pilotstudie legen nahe, dass Achtsamkeitstraining Menschen mit Multipler Sklerose (MS) bei der Regulierung von negativen Emotionen helfen kann und zur Verbesserung der Verarbeitungsgeschwindigkeit (jene Zeit, die eine Person benötigt, um mentale Aufgaben zu erledigen) beiträgt.

Menschen mit MS, die das vierwöchige Achtsamkeitstraining absolviert hatten, verbesserten sich nicht nur stärker als diejenigen, die nichts taten – sie verbesserten sich auch im Vergleich zu denen, die eine ein adaptives kognitives Training absolvierten.

Beim Achtsamkeitstraining lernten die Teilnehmer in den Sitzungen sich auf die Atmung zu konzentrieren und mentale „Körperscans“ durchzuführen, um zu erfahren, wie sich ihr Körper fühlte.

Das Forscherteam arbeitet nun daran, diese Pilotstudie mit einer größeren Stichprobe zu replizieren.

Referenzen:
Rehabilitation Psychology
https://psycnet.apa.org/record/2020-30288-001

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Diabetologie Ernährung Kardiologie Leben Wissenschaft

Milchreiche Ernährung senkt Risiko für Diabetes und Bluthochdruck

In einer aktuell publizierten Beobachtungsstudie wurde festgestellt, dass der tägliche Verzehr von Milchprodukten mit einem geringeren Risiko für Diabetes und Bluthochdruck sowie mit einer Risikoreduktion von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (metabolisches Syndrom) verbunden ist.

Die Assoziationen konnten bei Vollfett-Milchprodukten am stärksten beobachtet werden. Mindestens zwei Portionen Milch pro Tag waren mit einem um 24% geringeren Risiko für ein metabolisches Syndrom verbunden, das allein bei Vollfett-Milchprodukten auf 28% anstieg, verglichen mit keiner täglichen Milchaufnahme.

Die Studie umfasste fast 190.000 Teilnehmer aus 21 Ländern im Alter zwischen 35 und 70 Jahren, deren Gesundheit durchschnittlich neun Jahre lang verfolgt wurde.

Referenzen:
BMJ Open Diabetes Research & Care, April 2020
https://drc.bmj.com/content/8/1/e000826

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Onkologie Therapie Wissenschaft

Angriff auf das Wachstum von aggressiven Knochentumoren

Ewing-Sarkome gehören zu den zweithäufigsten bösartigen Knochentumoren bei Kindern und Jugendlichen und führen trotz vorhandener Behandlungsmöglichkeiten bei etwa einem Drittel der Patienten zu Rückfällen mit oft fatalem Ausgang.

Wissenschaftler der LMU München konnten nun zeigen, dass die Überaktivierung eines bestimmten Gens (SOX6) – das an der natürlichen Knochenentwicklung beteiligt ist – zu einem Absterben der Zellen führte und somit das Tumorwachstum vermindert wurde.

Diese Erkenntnisse liefern einen vielversprechenden Ansatzpunkt für die Entwicklung neuer Therapiemögichkeiten, insbesondere für Ewing-Sarkom-Patienten, die eine hohe SOX6-Expression aufweisen und aufgrund der Aggressivität des Tumors bisher schlechtere Heilungschancen hatten.

Referenzen:
Nature Communications, 15 May 2020
https://doi.org/10.1038/s41467-020-16244-2
Ludwig-Maximilians-Universität München
https://www.uni-muenchen.de/…/20…/gruenewald_elesclomol.html

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Dermatologie Therapie Wissenschaft

Biologischer Wirkstoff als Therapieoption bei Kontaktekzemen

Forscher der MedUni Wien untersuchten mittels eines Mausmodells und ex vivo-Kulturen von menschlicher Haut die Wirksamkeit der biologischen Substanz APOSEC bei Kontaktekzemen, da in früheren präklinischen Studien bereits nachgewiesen werden konnte, dass der körpereigene Wirkstoff antibakteriell wirkt, die Neubildung von Gefäßen induziert und die Wundheilung fördert.

In der aktuellen Studie wurde festgestellt, dass deutlich weniger entzündliche Reaktionen auftraten, weil APOSEC offenbar die dendritischen Zellen beeinflusst. Er verhindert ihre Differenzierung und Ausreifung, wodurch die Zellen deutlich weniger Antigene aufnehmen und damit die allergische Reaktion entscheidend verringert wird.

Die vielversprechenden Resultate könnten alternative Therapieoptionen von Hauterkrankungen ermöglichen. Als nächster Schritt sollen klinische Studien für inflammatorische Hauterkrankungen initiiert werden, da eine Anwendung auch für atopische Ekzeme, Psoriasis oder die komplexe Graft-versus-Host-Reaktion nach Transplantationen aussichtsreich scheint.

Referenzen:
EBioMedicine
https://www.thelancet.com/…/eb…/PIIS2352-3964(20)30149-3.pdf
Medizinische Universität Wien
https://www.ots.at/…/kontaktekzeme-der-haut-neue-therapiefo…

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Tiermedizin Wissenschaft

Pubertierende Hunde leiden unter emotionalen Schwierigkeiten, wie Menschen

Emotional, unberechenbar und mit einer auffälligen Missachtung der Regeln können Jugendliche schwer zu handhaben sein. In einer aktuellen Studie stellte sich heraus, dass auch jugendliche Hunde eine Achterbahn der Emotionen durchlaufen.

Weiters zeigten Teenagerhunde, die nicht so eine starke und vertrauensvolle Bindung zu ihren Besitzern hatten, ein höheres Konfliktverhalten gegenüber ihren Haltern und folgten ihren Anweisungen weniger. Ebenso kamen Hunde früher in die Pubertät, wenn die Bindung zum Hundebesitzer geringer war.

Die Studienautoren erhoffen sich mit den Ergebnisse ein besseres Verständnis der Hundehalter gegenüber ihren pubertierenden Hunden, da Hunde vermehrt in Tierheimen landen, wenn sie die Pubertät erreichen.

Referenzen:
Biology Letters , The Royal Society, 13 May 2020
https://royalsocietypublishing.org/d…/10.1098/rsbl.2020.0097

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Ernährung Leben Wissenschaft

Mehr Kaffee – weniger Körperfett bei Frauen

Laut einer neuen US-Studie, die im Journal of Nutrition veröffentlicht wurde, haben Frauen, die zwei oder drei Tassen Kaffee pro Tag trinken, weniger Körper- und Bauchfett als Frauen, die weniger Kaffee trinken.

Die Forscher fanden heraus, dass Frauen im Alter von 20 bis 44 Jahren, die zwei oder drei Tassen Kaffee pro Tag tranken, einen um 3,4% geringeren Gesamtkörperfettanteil und Frauen zwischen 45 und 69 Jahren die vier oder mehr Tassen tranken, einen um 4,1% niedrigeren Fettanteil aufwiesen. Bei Männern war die untersuchte Assoziation weniger signifikant.

Interessant war, dass sich der Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und Körperfettanteil sowohl bei koffeinhaltigem als auch bei entkoffeiniertem Kaffee nachweisen ließ. Die Ergebnisse legen nahe, dass in Kaffee andere bioaktive Verbindungen als Koffein enthalten sind, die das Gewicht regulieren und möglicherweise künftig als Mittel gegen Fettleibigkeit eingesetzt werden könnten.

Referenzen:
The Journal of Nutrition , 2020; DOI: 10.1093
https://academic.oup.com/…/…/doi/10.1093/jn/nxaa121/5828319…
Anglia Ruskin University
https://aru.ac.uk/…/coffee-linked-to-lower-body-fat-in-women

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Gynäkologie Onkologie Wissenschaft

Neues Brustkrebsgen bei jungen Frauen entdeckt

Dänische Forscher haben ein neues Kapitel in der Forschung aufgeschlagen und erweitern unser Verständnis der erblichen Gene, die der Entwicklung von Brustkrebs zugrunde liegen, um wichtige Erkenntnisse. Sie haben das RBBP8-Gen lokalisiert und seine Funktionen als einen entscheidenden Faktor für die Entwicklung von Brustkrebs bei sehr jungen Frauen beschrieben.

RBBP8 schützt normalerweise die Zellen vor einer Schädigung des Genoms. In der Studie konnte gezeigt werden, dass eine verminderte RBBP8-Funktion zu Krebs führen kann. Die Mutationen in RBBP8 könnten erklären, warum einige sehr junge Frauen an Brustkrebs erkranken, bei denen keine BRCA1- oder BRCA2-Gen-Mutationen vorliegen.

Weitere Studien sind erforderlich, um das Mutationsrisiko genauer zu erforschen. Die Forscher erhoffen sich, dass diese Studie die Grundlage für die Entdeckung weiterer genetischer Prädispositionen für Brustkrebs bildet und mit langfristigen Studien ein weiterer Beitrag zur Früherkennung, Diagnose und Behandlung von Krebspatienten geleistet werden kann.

Referenzen:
JCI The Journal of Clinical Investigation, May 7, 2020
https://www.jci.org/articles/view/127521
Universität Kopenhagen
https://healthsciences.ku.dk/…/danish-researchers-find-new…/

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Gastroenterologie Wissenschaft

Funktionsstörung des Kalziumkanals verursacht Pankreatitis

In einer aktuellen Untersuchung bei PatientInnen mit nicht-alkoholischer chronischer Pankreatitis wurde herausgefunden, dass Gendefekte, die die Funktion des Kalziumkanals beeinträchtigen, für eine früh einsetzende chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung verantwortlich waren.

Mit dieser bahnbrechenden Entdeckung konnte ein neuer Krankheitsauslöser für die Entstehung einer Pankreatitis identifiziert werden und damit der Weg für neue Behandlungsmöglichkeiten geebnet werden. Die Forschungsarbeiten werden zudem Eingang in die genetische Routinediagnostik der erblichen Pankreatitis finden und zu neuen Forschungsansätzen in der Ursachenforschung der Pankreatitis führen.

Referenzen:
Pubmed Atsushi Masamune et al. Gastroenterology. 2020 May.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31930989/
TU München
https://www.tum.de/…/aktu…/pressemitteilungen/details/36035/

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Chirurgie Wissenschaft

HIPS: Virtual-Reality-System für Hüftgelenk-Implantationen

Deutsche Forscher haben unter der Leitung der TU Chemnitz ein Virtual-Reality-System namens HIPS entwickelt, das mit Hilfe eines Roboterarms eine „realistische“ Simulation einer hochkomplexen Hüftgelenkimplantation ermöglicht. Das HIPS-System soll zukünftige Chirurgen auf Echtzeitsituationen im OP vorbereiten.

HIPS ist das weltweit erste chirurgische VR-System für nicht minimal invasive Operationsverfahren, das ein haptisches Feedback liefert. Der Roboterarm vermittelt beim Fräsen ein realistisches Gefühl, z.B. einen Widerstand, der normalerweise während des Fräsprozesses am Knochen stattfindet.

Die Wissenschaftler planen eine Weiterentwicklung des Systems, um zusätzliche chirurgische Eingriffe damit abbilden zu können.

Referenzen:
TU Chemnitz
https://www.tu-chemnitz.de/tu/pressestelle/aktuell/9640/en

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