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Gastroenterologie Wissenschaft

Funktionsstörung des Kalziumkanals verursacht Pankreatitis

In einer aktuellen Untersuchung bei PatientInnen mit nicht-alkoholischer chronischer Pankreatitis wurde herausgefunden, dass Gendefekte, die die Funktion des Kalziumkanals beeinträchtigen, für eine früh einsetzende chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung verantwortlich waren.

Mit dieser bahnbrechenden Entdeckung konnte ein neuer Krankheitsauslöser für die Entstehung einer Pankreatitis identifiziert werden und damit der Weg für neue Behandlungsmöglichkeiten geebnet werden. Die Forschungsarbeiten werden zudem Eingang in die genetische Routinediagnostik der erblichen Pankreatitis finden und zu neuen Forschungsansätzen in der Ursachenforschung der Pankreatitis führen.

Referenzen:
Pubmed Atsushi Masamune et al. Gastroenterology. 2020 May.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31930989/
TU München
https://www.tum.de/…/aktu…/pressemitteilungen/details/36035/

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Chirurgie Wissenschaft

HIPS: Virtual-Reality-System für Hüftgelenk-Implantationen

Deutsche Forscher haben unter der Leitung der TU Chemnitz ein Virtual-Reality-System namens HIPS entwickelt, das mit Hilfe eines Roboterarms eine „realistische“ Simulation einer hochkomplexen Hüftgelenkimplantation ermöglicht. Das HIPS-System soll zukünftige Chirurgen auf Echtzeitsituationen im OP vorbereiten.

HIPS ist das weltweit erste chirurgische VR-System für nicht minimal invasive Operationsverfahren, das ein haptisches Feedback liefert. Der Roboterarm vermittelt beim Fräsen ein realistisches Gefühl, z.B. einen Widerstand, der normalerweise während des Fräsprozesses am Knochen stattfindet.

Die Wissenschaftler planen eine Weiterentwicklung des Systems, um zusätzliche chirurgische Eingriffe damit abbilden zu können.

Referenzen:
TU Chemnitz
https://www.tu-chemnitz.de/tu/pressestelle/aktuell/9640/en

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Gynäkologie Leben Onkologie Wissenschaft

Stillen reduziert Risiko für Eierstockkrebs

In einer erst kürzlich in JAMA Oncology publizierten Studie wurde festgestellt, dass Stillen das Risiko für Eierstockkrebs insgesamt und für den hochgradigen serösen Subtyp verringerte.

Die gepoolte Analyse von 13 Fall-Kontroll-Studien ergab bei den stillenden Frauen (unabhängig von der Anzahl ihrer Schwangerschaften) eine Risikoreduktion für das invasive Ovarialkarzinom von 24%. Selbst bei einer Stilldauer von unter 3 Monaten reduzierte sich das Risiko noch um 18%.

Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass auch kürzere Zeitintervalle zwischen den Stillperioden mit einer Senkung des Risikos verbunden waren.

Referenzen:
JAMA Oncology April 2, 2020. doi:10.1001/jamaoncol.2020.0421
https://jamanetwork.com/…/jamaonco…/article-abstract/2763398

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Kardiologie Wissenschaft

Blut fließt turbulenter, als angenommen

Wissenschaftler des Institute of Science and Technology (IST) Austria fanden heraus, dass Blut deutlich turbulenter fließt als bisher angenommen wurde. Diese Entdeckung ist insofern interessant, weil ein unregelmäßiger Blutfluss mit vielen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie etwa Arteriosklerose in Zusammenhang steht.

Die Forscher konnten nachweisen, dass bei einer Verlangsamung des pulsierenden Blutflusses (etwa zwischen Herzschlägen) Turbulenzen entstehen und der Blutfluss bei Beschleunigung wieder glatt und turbulenzfrei wurde. Wenn ein Blutgefäß daher nicht ideal geformt ist oder geometrische Unregelmäßigkeiten aufweist, tritt bei jedem Pulszyklus oder Herzschlag wahrscheinlich eine turbulentere Strömung auf.

Diese Erkenntnisse könnten Auswirkungen darauf haben, wie wir in Zukunft Krankheiten untersuchen, die mit dem Blutfluss zusammenhängen.

Referenzen:
PNAS first published May 11, 2020
https://www.pnas.org/content/early/2020/05/08/1913716117
Institute of Science and Technology (IST) Austria
https://ist.ac.at/…/blood-flows-more-turbulent-than-previo…/

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Neurologie Wissenschaft

Innovation: Messung des Gehirnsignals mit Tattoo-Elektroden

Der Forscher Francesco Greco (TU Graz) hat ultraleichte Tattoo-Elektroden entwickelt, die auf der Haut kaum wahrnehmbar sind und Langzeitmessungen der Gehirnaktivität einfacher und kostengünstiger machen, als Messungen mit herkömmlichen EEG-Elektroden.

Die neuen Tattoo-Elektroden sind der erste Trockenelektrodentyp, der für Langzeit-EEG-Messungen geeignet und gleichzeitig mit der Magnetoenzephalographie (MEG) kompatibel ist. Die neuartigen Elektroden enthalten keine Metalle, die für MEG-Untersuchungen problematisch sein können, und werden ausschließlich mit Tintenstrahldrucker gedruckt.

Nun wird an Ideen gearbeitet, wie diese Technologie in Kliniken und im Neuroengineering sowie auf dem Gebiet der Gehirn-Computer-Schnittstellen eingesetzt werden kann.

Referenzen:
npj Flex Electron 4, 4 (2020).
DOI: 10.1038/s41528-020-0067-z
https://www.nature.com/articles/s41528-020-0067-z
Technische Universität Graz
https://www.tugraz.at/…/technologie-innovation-fuer-die-ne…/

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Therapie

Generika wirken gleich gut wie originäre Wirkstoffe

Eine Studie der MedUni Wien kommt zu dem Ergebnis, dass Generika bei der Behandlung von Hypertonie, Hyperlipidämie und Diabetes Mellitus in Bezug auf ihre Wirksamkeit gleich gut wie originäre Wirkstoffe sind.

Die Wissenschaftler haben in einer retrospektiven Beobachtungsstudie 17 Medikamente untersucht. Der Dachverband der österreichischen Sozialversicherungen stellte Gesundheitsdaten, die alle in Österreich krankenversicherten Personen (Gesamtzahl 9,413.620) umfasste, zur Verfügung.

„Durch die große Zahl an inkludierten PatientInnen konnten wir sehr genaue Ergebnisse erhalten“, erklärt Studienautor Georg Heinze, „es stellte sich heraus, dass Generika zumindest gleich gut wie originäre Substanzen in Bezug auf Vermeidung von kardiovaskulären Ereignissen und Reduktion der Mortalität wirken. In einer früheren Arbeit hatten wir schon einmal das Kostendämpfungspotenzial durch Verschreibung von Generika für das österreichische Gesundheitswesen errechnet, nun vervollständigt sich das Bild.“

Referenzen:
Pressemitteilung Medizinische Universität Wien; APA OTS 12.05.2020
https://www.google.at/…/www.ot…/amp/pr/OTS_20200512_OTS0053/
Publikation in Nature:
https://www.nature.com/articles/s41598-020-62318-y

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Chirurgie Therapie Wissenschaft

Smarte Implantate sollen bei der Heilung von Knochenbrüchen unterstützen

Das Ziel einer interdisziplinären Forschergruppe rund um Professor Pohlemann an der Universität des Saarlandes ist es, ein intelligentes Implantat zu entwickeln, das bei Knochenbrüchen die Heilung überwachen und bei Fehlbelastung warnen soll. Es soll selbst aktiv durch Bewegungen gegensteuern, wenn nicht zusammenwächst, was zusammengehört. Die Werner Siemens-Stiftung investiert acht Millionen Euro in dieses Forschungsprojekt.

In spätestens fünf Jahren soll der Prototyp entwickelt sein. Die Wissenschaftler setzen dafür modernste Materialtechnik, Künstliche Intelligenz und medizinisches Know-how ein. Als Versuchsfälle werden komplexe Unterschenkelfrakturen herangezogen.

Referenzen:
Pressemitteilung der Universität des Saarlandes – Saarland University

https://www.uni-saarland.de/univers…/…/artikel/nr/21365.html

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Therapie Wissenschaft

Biomechanisches Schuhwerk reduziert Schmerzen bei Knie-Arthrosen

Das Tragen von Schuhen, die speziell mit einer neuartigen Sohle (biomechanisches Schuhwerk) entworfen wurden, reduziert die Schmerzen einer Knie-Arthrose erheblich. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher der Boston University School of Medicine (BUSM), der University of Toronto und der Universität Bern, welche 220 Teilnehmer untersuchten, die an schmerzhafter Arthrose litten.

Laut den Wissenschaftlern scheint das neuartige Schuhwerk nicht nur die Schmerzen bei Menschen mit Arthrose zu lindern, sondern kann auch bei einigen Menschen mit Hüft- oder Rückenschmerzen wirksam sein.

Die Studienautoren weisen aber darauf hin, dass weitere Untersuchungen erforderlich sind, um die langfristige Wirksamkeit und Sicherheit zu bewerten.

Referenzen:
JAMA May 12, 2020, 323(18):1802-1812. doi:10.1001/jama.2020.3565
https://jamanetwork.com/journ…/jama/article-abstract/2765729

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Dermatologie Therapie Wissenschaft

Antihistaminika als Therapieoption bei Hautkrebs?

Eine neue Studie der Universität Lund zeigt, dass Antihistaminika das Überleben von Patienten, die an einem bösartigem Melanom erkrankt sind möglicherweise verbessern können.

In der Studie untersuchten die Forscher die Verwendung von sechs Antihistaminika bei Patienten, bei denen ein schwerer Hautkrebs diagnostiziert wurde. Sie beobachteten ein verbessertes Überleben und eine Risikoreduktion bei zwei der angewendeten Substanzen. Die Verwendung der anderen Antihistaminika zeigte keinen signifikanten Überlebenseffekt.

Das Forschungsteam plant nun Tierversuche und randomisierte Studien, um die Mechanismen hinter der Wirkung, die geeignete Dosis und die optimale Behandlungsdauer zu verstehen.

Referenzen:
Allergy, 4 March 2020
https://doi.org/10.1111/all.14273
Lund University​, Sweden
https://www.lunduniversity.lu.se/article/antihistamines-may-help-patients-with-malignant-melanoma

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Tiermedizin Wissenschaft

Hunde sollen Coronavirus erschnüffeln

In einem aktuellen Programm der Tiermedizinischen Fakultät der Universität Pennsylvania sollen Hunde auf den Geruch des Coronavirus trainiert werden, so dass sie erkennen und signalisieren können, ob ein Mensch das Coronavirus in sich trägt. So könnten vor allem jene, die infiziert sind, aber keine Symptome haben, erkannt und isoliert werden.

Acht Hunde werden im Penn Vet Programm momentan ausgebildet. In den nächsten Wochen lernen sie, den Geruch von Covid-19 in Speichel- und Urinproben von infizierten Patienten zu erkennen.

Laut Dr. Cynthia Otto, Direktorin des Penn Vet’s Working Dog Center soll „die Studie das Covid-19-Überwachungssystem unterstützen und hoffentlich eine Ausbreitung in den Gemeinden reduzieren“.

Referenzen:
University of Pennsylvania, Penn Vet​

https://www.vet.upenn.edu/about/press-room/press-releases/article/penn-vet-launches-covid-19-canine-scent-detection-study

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