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Ophthalmologie Wissenschaft

Neue Therapien für die altersbedingte Makuladegeneration?

Bei einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD) kommt es zu krankhaften Veränderungen im Bereich der Makula. Die Makula ist ein wichtiger Bereich der Netzhaut und wird auch als Stelle des schärfsten Sehens bezeichnet. Die Erkrankung hat schwerwiegende Auswirkungen auf das Sehvermögen und ist die häufigste Erblindungsursache. 

Neue Methoden ermöglichen es, Proteinprodukte bestimmter Gene mit Hilfe der Massenspektroskopie zu messen. So lassen sich auch Proteine nachweisen, die nur in geringen Mengen im Blut vorhanden und sich sehr ähnlich sind. In rezenten Studien wurden daher bereits eine Reihe von Genen identifiziert, die das Risiko einer Person für die Entwicklung der Krankheit beeinflussen könnten. Die Daten lassen vermuten, dass AMD zumindest teilweise durch ein Versagen der Komplementregulation im Auge verursacht wird. Gene, die die Aktivität des Komplementwegs regulieren, sind ein Schlüsselakteur in unserer Immunabwehr gegen Krankheitserreger.

Bei der Untersuchung des Spiegels von Complement Faktor H (CFH) und Faktor H-Related 1-5 (FHR1-5) im Blut konnte ein internationales Forschungsteam jetzt erstmals zeigen, dass alle fünf FHR-Proteine bei Menschen mit AMD in höherer Konzentration vorhanden sind als bei Menschen ohne AMD.

Die Studie zeigt auch Optionen auf, Patienten zu identifizieren, die dieses genetische Risiko in sich tragen, und zu selektieren, welche dieser Patienten voraussichtlich auf komplementmodifizierende Therapeutika ansprechen. Diese Medikamente sind aktuell in der Entwicklung und haben zum Ziel, den Spiegel der FHR-Proteine im Blut zu senken und damit das Risiko oder ein Fortschreiten der Erblindung aufzuhalten.

Referenz:
Universität Tübingen, University of Manchester, University College London
Beyond factor H: The impact of genetic-risk variants for age-relate macular degeneration on circulating factor-H-like 1 and factor-H-related protein concentrations; AJHG 2021;
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0002929721002202

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Psychiatrie Wissenschaft

Depression in der Pupille erkennbar

Können Menschen etwas gewinnen oder verlieren, so erweitert sich ihre Pupille leicht. Forscher haben herausgefunden, dass diese Erweiterung bei akut depressiven Patienten geringer ausfällt als bei Gesunden. Je schwerer die Patienten erkrankt waren, desto weniger weitete sich sogar das Augeninnere. Diese Erkenntnis könnte langfristig zu einer fundierteren Diagnose führen, die nicht nur auf den Aussagen der Patienten basiert, sondern biologisch begründet ist. Daraus abgeleitet könnte auch die Therapie mit Medikamenten individueller angepasst werden.

Um das herauszufinden, absolvierten Studienteilnehmer im Magnetresonanztomografen (MRT) ein einfaches Spiel, bei dem sie einen kleinen Geldbetrag gewinnen konnten. Ein Anreiz, der bei Gesunden zur Erweiterung der Pupille führt. Dabei wurden die Pupillen extrem genau und mit extrem hohem Tempo vermessen.

Das Ergebnis: Die Untersuchung wies erstmals die Verbindung zwischen einer Pupillen-Erweiterung als Reaktion auf eine zu erwartende Belohnung und dem Schweregrad der Depression der jeweiligen Testperson nach. Je schwerer die Symptome waren, desto weniger weit öffneten sich die Pupillen. Die Studie zeigt, dass die Aussicht auf eine Belohnung bei schwer depressiven Patienten nicht zur gleichen Verhaltensaktivierung führt wie bei Gesunden. Ihr Nervensystem kann sich selbst bei so einer positiven Erwartung weniger stark aktivieren. „Wir vermuten, dass dahinter ein physiologisches System steht, das die oft berichtete Antriebsstörung bei Patienten teilweise erklären kann“, so die Forscher. Depressive Patienten, die mit ihren Pupillen weniger stark reagieren, könnten eine eigene Untergruppe bilden, die eventuell auch auf bestimmte Medikamente besser ansprechen, lautet das Fazit der Wissenschaftler.

Referenzen:
Max-Planck-Institut für Psychiatrie (MPI), München
Pupil Dilation during Reward Anticipation Is Correlated to Depressive Symptom Load in Patients with Major Depressive Disorder; Brain Sciences Nov. 2020;  https://doi.org/10.3390/brainsci10120906

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Neurologie Wissenschaft

Augen könnten frühzeitig vor Alzheimer warnen

Wissenschaftler an der Duke University haben eine multimodale Bildgebungstechnik entwickelt, um Veränderungen in der Textur der Netzhaut zu erkennen und weisen damit den Weg zu einem potenziellen Biomarker zur Früherkennung von Alzheimer. Eine frühzeitige Diagnose der Krankheit kann das Fortschreiten von Alzheimer verlangsamen.

Bisher haben die Forscher diese Technik im Mausmodell getestet. Wenn jedoch gezeigt werden kann, dass dieses Verfahren auch beim Menschen funktioniert, könnte dies zur Entwicklung eines relativ kostengünstigen, kompakten und einfach zu verwendenden Screening-Geräts führen.

Referenz:
Nature Scientific Reports, 13 May 2020
DOI https://doi.org/10.1038/s41598-020-64827-2

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