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Immunologie Virologie Wissenschaft

Tuberkulose Impfstoff gegen COVID-19?

Ein vor 100 Jahren entwickeltes Tuberkulose-Vakzin macht Geimpfte auch für andere Infektionen unempfindlicher. Dieser Effekt ist lange bekannt, nicht jedoch, wodurch er verursacht wird. Wissenschaftler der Universitäten Nijmegen und Bonn haben nun eine mögliche Antwort auf diese Frage vorgelegt.

Der BCG-Impfstoff (Bacillus Calmette-Guérin) deren Basis lebendige Erreger bilden, führt zu einer „trainierten Immunität“. So schütten die Immunzellen im Blut von Geimpften deutlich mehr Zytokine aus, die wiederum andere andere Abwehrzellen aktivieren. Dazu beeinflusst die Impfung das genetische Programm hämatopoetischer Stammzellen- und das langfristig. Interessant ist zudem ein weiterer Aspekt: Die meisten der Gene, die nach der Impfstoff-Gabe leichter zugänglich werden – werden zusätzlich durch den „hepatic nuclear factor“ kontrolliert. Das sorgt dafür, dass die Immunzellen ihre neu gewonnene Macht „mit Augenmaß“ nutzen, so Studienautor Prof. Andreas Schlitzer, Uni Bonn: „Möglicherweise lässt sich diese Erkenntnis therapeutisch nutzen, um die trainierte Immunität gezielt zu manipulieren“.

Die Ergebnisse sind auch vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie interessant: Momentan wird der Impfstoff in mehreren Studien zur Verhinderung schwerer Verläufe bei Risikogruppen wie Krankenhaus-Personal und Älteren getestet. Eine Impfung kann zwar vermutlich nicht die Ansteckung mit dem Virus verhindern, aber möglicherweise das Risiko eines schweren Verlaufs reduzieren.

Referenzen:
Limes Institut Universität Bonn
https://www.uni-bonn.de/neues/135-2020
BCG vaccination in humans elicits trained immunity via the hematopoietic progenitor compartment; Cell Host & Microbe, DOI: 10.1016/j.chom.2020.05.014

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Fotocredit: Canva

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Kurz nachgefragt Leben Virologie

Halten Masken, was sie versprechen?

Seit es Corona gibt, gibt es eine Maskendiskussion. Täglich werden neue und widersprüchliche Studien zu Sinn bzw. Unsinn des Maskentragens präsentiert.

Halten Masken, was sie versprechen? Das haben wir Ao. Univ.-Prof. Dr. phil. Norbert Nowotny, Virologe an der Veterinärmedizinischen Universität Wien gefragt.

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Tiermedizin Wissenschaft

Hunde sollen Coronavirus erschnüffeln

In einem aktuellen Programm der Tiermedizinischen Fakultät der Universität Pennsylvania sollen Hunde auf den Geruch des Coronavirus trainiert werden, so dass sie erkennen und signalisieren können, ob ein Mensch das Coronavirus in sich trägt. So könnten vor allem jene, die infiziert sind, aber keine Symptome haben, erkannt und isoliert werden.

Acht Hunde werden im Penn Vet Programm momentan ausgebildet. In den nächsten Wochen lernen sie, den Geruch von Covid-19 in Speichel- und Urinproben von infizierten Patienten zu erkennen.

Laut Dr. Cynthia Otto, Direktorin des Penn Vet’s Working Dog Center soll „die Studie das Covid-19-Überwachungssystem unterstützen und hoffentlich eine Ausbreitung in den Gemeinden reduzieren“.

Referenzen:
University of Pennsylvania, Penn Vet​

https://www.vet.upenn.edu/about/press-room/press-releases/article/penn-vet-launches-covid-19-canine-scent-detection-study

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Fotocredits: MEDimpressions