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Wie erfolgreich sind Kinderwunsch-Behandlungen?

Der Weg zum Wunschkind ist für jedes sechste Paar nicht auf natürlichem Weg möglich, sondern mit medizinischer Hilfe verbunden. Doch wie hoch sind die Chancen durch eine künstliche Befruchtung ein Kind zu bekommen? Detaillierte Zahlen für Deutschland bietet das Deutsche IVF-Register (D·I·R)® in seinem aktuellen Jahrbuch.

Für das Jahr 2020 wurden 116 306 Behandlungszyklen, die damit verbundenen Methoden und deren Erfolgsaussichten dokumentiert. Das Register verzeichnet 340.053 Kinder, die nach In-vitro-Fertilisationszyklen in Deutschland geboren wurden.
Wegweisend ist eine Untersuchung zur kumulativen Schwangerschaftsrate nach mehreren Embryotransfers, die aus frisch gewonnenen Eizellen nach Hormontherapie und/oder den daraus folgenden Embryotransfers nach Einfrieren ausgewertet wurde. Demnach kommt es nach einem ersten Embryotransfer in 34,5 Prozent der Behandlungen mit einem Transfer zu einer Schwangerschaft. Nach zwei Transfers erhöht sich diese bereits auf 52,4 Prozent und liegt bei 61,5 Prozent nach drei Behandlungen. Eine wichtige Rolle nimmt dabei das Einfrieren, die Kryokonservierung ein. Hier zeigen die Daten, dass die Schwangerschaftsrate nach dem ersten Transfer mit einem Auftauzyklus (33,2 Prozent) dem Frischzyklus (34,8 Prozent) vergleichbar ist.

Seit 2017 steigt das Alter der Kinderwunschpatientinnen kontinuierlich an und liegt aktuell bei 35,6 Jahren. Das mittlere Alter der Partner liegt stabil bei 38,5 Jahren. Auch der Anteil der Patientinnen, die älter als 40 Jahre sind, nimmt stetig zu. Während die 35-jährigen eine Schwangerschaftsrate von 38,8 Prozent und eine Geburtenrate von 30 Prozent haben, sinkt sie bei Frauen ab 40 Jahren deutlich ab und liegt bei 18,9 Prozent, die der Geburten bei 10,6 Prozent. Bei Patientinnen mit und über 45 Jahren kam es lediglich noch zu fünf Geburten in ganz Deutschland.

Referenz:
Deutsches IVF-Register e.V., Jahrbuch 2020 DIR;https://www.deutsches-ivf-register.de/perch/resources/dirjb2020-2de.pdf

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Blasenkrebs: Frauen haben schlechtere Prognose

In Österreich erkranken rund 1.500 Menschen jährlich an Blasenkrebs, davon rund 400 Frauen. Diese erleiden die Krebsform also seltener als Männer, haben aber bei der Diagnose bereits ein deutlich höheres Tumorstadium und eine schlechtere Prognose. Die Gründe dafür sind vielfältig, erläutert Shahrokh Shariat, Leiter der Universitätsklinik für Urologie der MedUni Wien/AKH.

Einer der größten Risikofaktoren für Blasenkrebs ist das Rauchen. Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen bei der Krebsart liegen in molekularen, immunologischen, aber auch geschlechtsspezifischen Faktoren begründet, wie aktuelle Studien der MedUni Wien zeigen. Daher muss man künftig noch mehr als bisher bei der Vorsorge, Therapie und auch bei nötigen Eingriffen personalisierte, individuelle Modelle – Stichwort Präzisionsmedizin – anwenden, betonten die Mediziner anlässlich des internationalen Blasenkrebs-Monats Mai.

Ein Grund für die schlechtere Prognose ist, dass Frauen in diesem Fall mit ihren Beschwerden später zum Urologen bzw. zur Urologin kommen als Männer, da Blut im Harn oft mit einer Blasenentzündung oder einem Harnwegsinfekt abgetan wird. „Je später die richtige Diagnose gestellt wird, umso schwieriger gestaltet sich eine erfolgreiche Behandlung des Tumors“, warnt Shariat.

Er und sein Team haben nicht nur herausgefunden, dass Frauen mit Blasenkrebs in jedem Stadium der Erkrankung eine deutlich schlechtere Prognose haben, sondern auch, dass sich die Prognose im Gegensatz zu den Männern über die vergangenen Jahrzehnte nicht verbessert hat. Das Forschungsteam der MedUni Wien hat im vergangenen Jahr auch beweisen können, dass Frauen weniger auf die Immuntherapie, jedoch besser auf eine Chemotherapie ansprechen. Gerade vor einer Operation sollte daher bei Frauen verstärkt auf eine Chemotherapie gesetzt werden.

Referenz:
MedUni Wien
Pressemeldung science.apa: Frauen mit schlechterer Prognose bei Blasenkrebs, 3.5.2021, https://science.apa.at/power-search/10092361299450926702

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Dermatologie Therapie

Erste Injektion gegen Cellulite zugelassen

Cellulite betrifft mehr als 90% aller postpubertären Frauen. Das Vorhandensein von Cellulite ist mit Veränderungen der Hautdicke sowie der Fettzellen und des Bindegewebes unter der Haut verbunden, was zu Grübchen auf der Oberfläche führt.

Die Food and Drug Administration (FDA) hat nun die erste injizierbare Behandlung (collagenase clostridium histolyticum-aaes) für mittelschwere bis schwere Cellulite im Gesäß erwachsener Frauen zugelassen.

Das injizierbare Mittel kombiniert zwei Kollagenasen, AUX-I und AUX-II, die gereinigte Enzyme sind und auf natürliche Weise vom Bakterium Clostridium histolyticum produziert werden. Die Injektion soll zu einer Glättung der Haut und zu einem verbesserten Erscheinungsbild von Cellulite beitragen. Als häufigste Nebenwirkungen werden Blutergüsse an der Injektionsstelle, Schmerzen, Härtebereiche, Juckreiz, Rötung, Verfärbung, Schwellung und Wärme im Behandlungsbereich angeführt.
Die Injektion wird voraussichtlich ab Frühjahr 2021 in den USA erhältlich sein.

Referenz:
https://www.dermatologytimes.com/view/first-injectable-for-cellulite-approved-by-fda

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Ernährung Gastroenterologie Kardiologie Leben Wissenschaft

Zu viel Salz schadet dem Darmmikrobiom

Insbesondere für Frauen mit unbehandeltem Bluthochdruck scheint es sowohl hinsichtlich der Hypertonie als auch des Darmmikrobioms von Vorteil zu sein, die Salzaufnahme auf ein gesünderes Niveau zu senken, berichten amerikanische Wissenschaftler.

Anhand von Blutuntersuchungen bei 145 Erwachsenen konnten sie nachweisen, dass bereits eine sechswöchige Salzreduktion zu einer Erhöhung von kurzkettigen Fettsäuren (FCSAs) im Blut der Probanden führt. Diese werden von Darmbakterien produziert und sind ein Indikator für ein gesundes Darmmikrobiom. Bei den Studienteilnehmern wirkte sich die Erhöhung der FCSAs günstig auf die Elastizität der Blutgefässe aus und verringerte in Folge auch den Blutdruck. Besonders ausgeprägt war der Effekt bei Frauen.

Damit liegen nun auch erstmals Daten beim Menschen vor. Im Tiermodell wiesen erste Studien bereits auf den direkten Zusammenhang zwischen salzreicher Ernährung, Mikrobiom und hohem Bluthochdruck hin. Es wird angenommen, dass FCSAs auch eine wichtige Rolle bei Entzündungen, Fettleibigkeit und Diabetes zukommt.

Referenz:
Augusta University Health, Georgia
Modest Sodium Reduction Increases Circulating Short-Chain Fatty Acids in Untreated Hypertensives; 

https://doi.org/10.1161/HYPERTENSIONAHA.120.14800

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Ernährung Leben Wissenschaft

Mehr Kaffee – weniger Körperfett bei Frauen

Laut einer neuen US-Studie, die im Journal of Nutrition veröffentlicht wurde, haben Frauen, die zwei oder drei Tassen Kaffee pro Tag trinken, weniger Körper- und Bauchfett als Frauen, die weniger Kaffee trinken.

Die Forscher fanden heraus, dass Frauen im Alter von 20 bis 44 Jahren, die zwei oder drei Tassen Kaffee pro Tag tranken, einen um 3,4% geringeren Gesamtkörperfettanteil und Frauen zwischen 45 und 69 Jahren die vier oder mehr Tassen tranken, einen um 4,1% niedrigeren Fettanteil aufwiesen. Bei Männern war die untersuchte Assoziation weniger signifikant.

Interessant war, dass sich der Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und Körperfettanteil sowohl bei koffeinhaltigem als auch bei entkoffeiniertem Kaffee nachweisen ließ. Die Ergebnisse legen nahe, dass in Kaffee andere bioaktive Verbindungen als Koffein enthalten sind, die das Gewicht regulieren und möglicherweise künftig als Mittel gegen Fettleibigkeit eingesetzt werden könnten.

Referenzen:
The Journal of Nutrition , 2020; DOI: 10.1093
https://academic.oup.com/…/…/doi/10.1093/jn/nxaa121/5828319…
Anglia Ruskin University
https://aru.ac.uk/…/coffee-linked-to-lower-body-fat-in-women

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