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ALCL-Lymphom: Kombinations-Therapien verhindern Resistenzen

Von der zu den Non-Hodgkin Lymphomen zählenden Blutkrebsart anaplastisch-großzelliges Lymphom (ALCL) sind vor allem Kinder und Jugendliche betroffen, bei denen das Onkogen „Anaplastische Lymphom-Kinase“ (ALK) in abnormer Weise exprimiert ist. Ein Großteil dieser Patienten spricht zwar auf die standardmäßige Chemotherapie an, jedoch werden über 50% Prozent der Behandelten rückfällig. Als nächster Schritt werden dann ALK-Inhibitoren verabreicht, allerdings bilden sich bei einigen Patienten auch Resistenzen auf diese Blockade.

Ein internationales Forscherteam konnte nun nachweisen, dass eine erhöhte Expression eines Proteins namens IL-1ORA, das an der Oberfläche von Tumorzellen sitzt, die Tumorzelle vor den ALK-Inhibitoren schützt. Außerdem konnte gezeigt werden, dass die IL-1ORA-Expression nicht mit dem Ansprechen auf eine Standard-Chemotherapie korreliert. Die Konsequenz aus dieser Beobachtung könnte in einer modifizierten Therapieform liegen, so die Forscher: „Es wäre sinnvoll, bereits im ersten Schritt eine Kombination aus Chemotherapie und ALK-Inhibitoren einzusetzen, um PatientInnen möglichst vor Rückfällen zu bewahren“.

Medizinische Universität Wien
Presseinformation

Originalpublikation: Blood June 23, 2020: https://doi.org/10.1182/blood.2019003793

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CAR-T-Zelltherapie beim Multiplen Myelom

Die Behandlung mit CAR-T-Zellen gilt als eine der Erfolg versprechendsten Innovationen in der Onkologie der letzten Jahre und hat zur Zulassung von zwei CAR-T-Zellprodukten bei Patienten mit mehrfach rezidivierten oder therapierefraktären B-Zell-Malignomen geführt.

Im Fokus des virtuellen Meetings der American Society of Clinical Oncology (ASCO) stand heuer die Behandlung des rezidivierten oder therapierefraktären multiplen Myeloms, bei dem durch die Anwendung der technisch anspruchsvollen Therapie, ebenfalls hohe Erfolgsraten erreicht wurden.

Die als KarMMa bekannte Studie war die umfangreichste der präsentierten Studien. In der Phase- II-Studie sprachen drei Viertel der schwer vorbehandelten Patienten auf die neue Therapie, die in drei verschiedenen Dosen verabreicht wurde, an. Ein Drittel der 128 Patienten erreichte ein vollständiges Ansprechen mit einer mittleren Ansprechdauer von rund 20 Monaten. Die kleineren Studien zeigten Ansprechraten von 90-100%, bei ebenfalls niedrigen Raten von schweren Nebenwirkungen.

Referenzen:
ASCO Meeting library
https://meetinglibrary.asco.org/record/186139/abstract
https://meetinglibrary.asco.org/record/186159/abstract
https://meetinglibrary.asco.org/record/186155/abstract

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