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Kardiologie Wissenschaft

Gefäßwanddicke als Surrogatmarker für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Mit der Analyse von Daten aus 119 klinischen Studien und über 100.000 eingeschlossenen Probanden weltweit gelang es einem Innsbrucker Team um den Epidemiologen Peter Willeit, die Gefäßwanddicke (Intima-Media-Dicke) der Halsschlagadern als sicheren Surrogatmarker für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu bestätigen. Surrogatmarker werden in klinischen Studien begleitend gemessen, sind schneller und einfacher erfassbar als relevante klinische Endpunkte und zeigen die Wirksamkeit von Interventionen in klinischen Studien an.

Die Innsbrucker Epidemiologen zeigen nun die Gültigkeit der Intima-Media-Dicke als Surrogatmarker für Herz-Kreislauf-Erkrankungen eindeutig auf: Je geringer die Zunahme der Intima-Media-Dicke ist, desto geringer ist auch das Risiko für Herz-Kreislauf- Erkrankungen. Die Intima-Media-Dicke wird dabei an der Halsschlagader mittels Ultraschall erfasst.Sie stellten fest, dass sich die Intima-Media-Dicke als Surrogatmarker für verschiedene Arten von Interventionen eignet.

Diese Erkenntnis birgt den Mehrwert, dass klinische Studien, die die Intima-Media-Dicke als Surrogatmarker verwenden, rascher und auch in kleinerem Umfang effizient durchführbar sind. Der Effekt eines neuen Medikaments kann damit schneller überprüft werden, so die Forscher.

Referenzen:

Medizinische Universität Innsbruck https://www.i-med.ac.at/mypoint/news/747840.html

Carotid Intima-Media Thickness Progression as Surrogate Marker for Cardiovascular Risk: Meta-Analysis of 119 Clinical Trials Involving 100,667 Patients; Circulation; epub ahead of print 17 Jun 2020; https://www.ahajournals.org/doi/10.1161/ CIRCULATIONAHA.120.046361

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Ernährung Kardiologie Leben Wissenschaft

Schokolade verringert Risiko für Herzerkrankungen

In einer aktuellen Studie berichten Forscher vom Baylor College of Medicine in Houston, dass ein moderater Genuss von Schokolade das Risiko für Herzerkrankungen verringert. Die Erkenntnisse beruhen auf einer Analyse von Studien aus den letzten fünf Jahrzehnten mit über 336.000 Patientendaten.

Bei Menschen, die öfter als einmal in der Woche zu Schokolade griffen, war das Risiko einer koronaren Herzkrankheit um acht Prozent geringer als bei jenen, die seltener Schokolade aßen. Grund dafür sind Nährstoffe wie etwa Flavonoide, die gemeinsam mit anderen chemischen Substanzen in der Schokolade Entzündungen verringern und „gutes“ Cholesterin erhöhen.

Die Forschungsergebnisse zeigten keinen Unterschied zwischen heller und dunkler Schokolade. Allerdings waren die Forscher vor zuviel Schokoladenkonsum und vor ungünstigen Auswirkungen von zusätzlichen Kalorien durch Fett, Milch oder Zucker. Weitere Untersuchungen seien erforderlich, um die zugrunde liegenden physiologischen Mechanismen der kardioprotektiven Wirkungen von Schokolade herauszufinden und Auskunft über die empfohlene Art und Menge von Schokolade geben zu können.

Referenz:
Baylor College of Medicine
European Journal of Preventive Cardiology: Association between chocolate consumption and risk of coronary artery disease: a systematic review and meta-analysis
First Published July 22, 2020
https://doi.org/10.1177/2047487320936787

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Epigenetik Kardiologie Leben Onkologie Wissenschaft

Herzprobleme fördern Rückkehr von Brustkrebs

Bei Überlebenden von Brustkrebs im Frühstadium erhöhen kardiovaskuläre Ereignisse wie ein Herzinfarkt oder Schlaganfall das Risiko eines erneuten Auftretens von Krebs und das Risiko an Krebs zu sterben, um mehr als das Doppelte. Das ergab eine amerikanische Untersuchung an 1.700 Patientinnen.

Bekannt ist, dass Krebsüberlebende im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen haben, da Chemo- und Strahlentherapie das Herz, die Blutgefässe und das Immunsystem nachhaltig beeinflussen. Diese Studie beweist, dass auch das Gegenteil zutrifft – dass sich auch kardiovaskuläre Ereignisse negativ auf die Krebsentwicklung auswirken.

So zeigen nachfolgende Laboruntersuchungen eines präklinischen Modells, dass ein Herzinfarkt eine immunsuppressive Wirkung auf Knochenmarkszellen ausübt. Dieser sorgt für eine zweifache Zunahme der Wachstumsrate und des Volumens an Krebszellen. Schuld daran scheint eine Veränderung der Zusammensetzung von Immunzellen zu sein, so die Forscher. Kardiovaskuläre Ereignisse fördern die Entwicklung bestimmter Monozyten mit immunschwächender Wirkung. „Wir glauben, dass ein Herzinfarkt eine epigenetische Reprogrammierung im gesamten Genom verursacht,“ meinen die Wissenschaftler, die auch davon ausgehen, dass sich die Ergebnisse auf andere Krebsarten übertragen lassen.

Für Brustkrebspatientinnen bedeuten die Daten, dass sie nach dem Überleben der Krebserkrankung besonders auf eine genaue Überwachung kardiovaskulärer Risikofaktoren achten sollten.

Referenzen:
New York University School of Medicine; McGill University, Canada; Memorial Sloane Kettering Cancer Center NY; University of Illinois
Koelwyn GJ et al.: Nature Medicine 13. July 2020; Myocardial infarction accelerates breast cancer via innate immune reprogramming,
DOI https://doi.org/10.1038/s41591-020-0964-7

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Kardiologie Leben Onkologie Wissenschaft

Fahrrad-Pendler leben länger

Wer mit dem Fahrrad oder dem Zug zur Arbeit kommt, bleibt gesünder und hat ein niedrigeres Erkrankungs- und Sterberisiko als Autofahrer. Zu diesem Schluss kommen Forscher des Imperial College London und der University of Cambridge die die Gesundheitsdaten von 300.000 Pendlern über einen Zeitraum von 25 Jahren hin untersuchten.

Das interessante Ergebnis: sogar unter Einbeziehung aller Kofaktoren von denen bekannt ist, dass sie die Gesundheit beeinflussen, darunter Alter, Geschlecht, Wohnumgebung, Bildung, Familienstand und sozioökonomischer Status, stellte sich heraus, dass Radfahrer am besten abschneiden. Sie hatten eine um 11% niedrigere Krebsdiagnoserate, eine um 16% niedrigere Krebstodesrate und eine um 20% verringerte Todesrate aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Vergleich zu Kollegen, die mit dem Auto in die Arbeit fuhren. Gut schnitten auch Personen ab, die sich per Zug am Weg in die Arbeit machten. Fussgänger profitierten ebenfalls, jedoch nicht in Bezug auf Herz-Kreislauferkrankungen. Die schlechte Nachricht: Wer mit dem Bus fährt, darf gegenüber dem Auto auf keine Gesundheitsbonuspunkte hoffen.

Referenz:
The Lancet Planetary Health; May 2020 https://www.thelancet.com/…/PIIS2542-5196(20)30079…/fulltext

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Diabetologie Ernährung Kardiologie Leben Wissenschaft

Milchreiche Ernährung senkt Risiko für Diabetes und Bluthochdruck

In einer aktuell publizierten Beobachtungsstudie wurde festgestellt, dass der tägliche Verzehr von Milchprodukten mit einem geringeren Risiko für Diabetes und Bluthochdruck sowie mit einer Risikoreduktion von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (metabolisches Syndrom) verbunden ist.

Die Assoziationen konnten bei Vollfett-Milchprodukten am stärksten beobachtet werden. Mindestens zwei Portionen Milch pro Tag waren mit einem um 24% geringeren Risiko für ein metabolisches Syndrom verbunden, das allein bei Vollfett-Milchprodukten auf 28% anstieg, verglichen mit keiner täglichen Milchaufnahme.

Die Studie umfasste fast 190.000 Teilnehmer aus 21 Ländern im Alter zwischen 35 und 70 Jahren, deren Gesundheit durchschnittlich neun Jahre lang verfolgt wurde.

Referenzen:
BMJ Open Diabetes Research & Care, April 2020
https://drc.bmj.com/content/8/1/e000826

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Kardiologie Wissenschaft

Blut fließt turbulenter, als angenommen

Wissenschaftler des Institute of Science and Technology (IST) Austria fanden heraus, dass Blut deutlich turbulenter fließt als bisher angenommen wurde. Diese Entdeckung ist insofern interessant, weil ein unregelmäßiger Blutfluss mit vielen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie etwa Arteriosklerose in Zusammenhang steht.

Die Forscher konnten nachweisen, dass bei einer Verlangsamung des pulsierenden Blutflusses (etwa zwischen Herzschlägen) Turbulenzen entstehen und der Blutfluss bei Beschleunigung wieder glatt und turbulenzfrei wurde. Wenn ein Blutgefäß daher nicht ideal geformt ist oder geometrische Unregelmäßigkeiten aufweist, tritt bei jedem Pulszyklus oder Herzschlag wahrscheinlich eine turbulentere Strömung auf.

Diese Erkenntnisse könnten Auswirkungen darauf haben, wie wir in Zukunft Krankheiten untersuchen, die mit dem Blutfluss zusammenhängen.

Referenzen:
PNAS first published May 11, 2020
https://www.pnas.org/content/early/2020/05/08/1913716117
Institute of Science and Technology (IST) Austria
https://ist.ac.at/…/blood-flows-more-turbulent-than-previo…/

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