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Erster Lymphknotentransfer bei einem Kind

Lymphödeme sind sicht- und tastbare Flüssigkeitsansammlungen im Zwischenzellraum. Sie entstehen, wenn das Lymphgefäßsystem die Lymphe nicht ausreichend abtransportieren kann. In der Folge entstehen stetig zunehmende Schwellungen. Die klassische Therapie, eine Kompressionsbehandlung bzw. Lymphdrainage, fördert zwar den Abfluss der Lymphe, kann aber die Ursache nicht beheben. Hier setzt die gezielte Transplantation von Lymphknoten an. Bei Kindern ist diese Operation bis jetzt nicht etabliert. Diese wurde nun jedoch – erstmals in der Schweiz – bei einem Kind vorgenommen.

Die Spezialisten waren sich einig, dass der Fall schwerwiegend genug ist, um die operative Behandlung zu wagen.Der Eingriff dauerte insgesamt fünfeinhalb Stunden, wobei im ersten Schritt ein Lymphknotenpaket laparoskopisch aus dem Bauchraum gelöst werden musste. Dieser Teil der Operation ist beim Kind erheblich komplexer als bei einer erwachsenen Person. Im Anschluss wurde das entnommene Lymphknotenpaket unter dem Mikroskop minimalinvasiv an die Gefäße in der Leiste des erkrankten Beins angeschlossen.

„Eine besondere Herausforderung war, dass das Kind einen inkompletten situs inversus hatte,“ so Nicole Lindenblatt, die leitende plastische Chirurgin. Das bedeutet, dass die Organe im Bauch seitenverkehrt angeordnet sind. Auch mikrochirurgisch war die Operation anspruchsvoll, weil alle Gefäße noch kleiner sind als bei Erwachsenen: Die Arterie misst z.B. nur gerade 1.5 bis 2 Millimeter. Bei der ersten Nachkontrolle nach knapp zwei Wochen, zeichneten sich aber bereits erste Effekte ab, berichten die Forscher. Das Bein war messbar schlanker und die Flüssigkeit im Bein nahm um 370ml ab, was darauf hindeutet, dass die neuen Lymphknoten wahrscheinlich schon Flüssigkeit aus dem Gewebe abtransportieren. Jetzt hofft man auf langfristige Effekte, die sich aber erst in einigen Monaten zeigen werden.

Referenz:
Universität Zürich
Medienmitteilung USZ Zürich: Erster Lymphknotentransfer bei einem Kind in der Schweiz, 25.3.2021

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Fotocredit: Kinderspital Zürich

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Simulation von invasiven Eingriffen bei Kindern an 3D-Modellen

Das Comprehensive Center for Pediatrics der MedUni Wien entwickelt patientenspezifische Simulationsmodelle mittels 3D-Druck, die für behandelnde Ärzte eine bessere Planung und Simulation, sowie ein Training von invasiven bzw. chirurgischen Eingriffen an Kindern im Vorfeld ermöglichen und so die Sicherheit der jungen Patienten erhöhen sollen.

In diesem interdisziplinären Forschungsprojekt werden kindliche Anatomien und individuelle Pathologien mithilfe von 3D-Ultraschall, CT und MRT als exakte digital Modelle rekonstruiert und mittels Additiver Fertigung im „3D-Druck“ in anatomische Modelle umgesetzt.

Anhand dieser Modelle lassen sich chirurgische Eingriffe wie etwa die Operation nach einer Hirnblutung bei Frühgeborenen simulieren und ermöglichen eine rasche und unkomplizierte Abbildung der Hirnstrukturen und des betroffenen Gebiets, z.B. des Ventrikelsystems im Gehirn. „Dieses Modell bietet dann den behandelnden Neurochirurgen die Vorlage für die Planung des effektivsten und schonendsten operativen Eingriffs“, erklärt der Neonatologe Michael Wagner.

Zukünftig sollen neben den gedruckten 3D-Modellen auch Modelle mithilfe von Virtual/Augmented Reality zur einfacheren Interaktion dargestellt werden können.

Referenz:
Medizinische Universität Wien
https://www.meduniwien.ac.at/…/invasive-eingriffe-bei-kind…/

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Fotocredit: Canva