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Wirkt Zirbenholz schlaffördernd?

Zirben-Möbel riechen nicht nur angenehm, angeblich fördern sie auch Schlaf und die Gesundheit. Ob es dafür jedoch wissenschaftliche Belege gibt, wurde an der Donau-Universität-Krems (Cochrane Österreich) erneut untersucht.
Das Ergebnis ist einigermaßen ernüchternd: Die Behauptung ist zwar nicht zwingend falsch, wissenschaftlich fundierte Belege, die eine schlaffördernde Wirkung belegen könnten, gibt es aber nicht.

Auch wenn regionale Möbelhersteller die positive Wirkung des Zirbenholzes auf den Körper bewerben, wird als Quelle dafür immer dieselbe kleine Studie aus dem Jahr 2003 zitiert. An dieser nahmen nur 15 Teilnehmer teil, die abwechselnd Nächte in einem Zirbenholz- oder einem Holzdekorbett verbringen mussten. Welches Bett die Testpersonen zuerst erhielten, wurde per Los ermittelt. Lattenrost und Matratze durften die Versuchspersonen von ihrem bisher gewohnten Bett übernehmen. Über den Zweck des Versuchs wussten sie nicht Bescheid.
Während die Teilnehmenden schliefen, zeichnete das Forschungsteam mit einem mobilen Gerät deren Herzschläge und Hirnströme auf. Am Ende zeigte sich: der Puls der 15 Testpersonen scheint beim Schlaf im Zirbenbett niedriger als im Spanplattenbett gewesen zu sein. Auch die Aktivität des für Ruhe zuständigen Nervensystems scheint deutlich größer zu sein.

Auf die Frage wie gut und erholsam die Teilnehmenden in jeder Nacht geschlafen hatten, zeigten sich aber keine Unterschiede. Zudem blieben Angaben zu den Fragebögen unvollständig, so dass die Ergebnisse keine definitive Aussage erlauben und nur bedingt nachvollziehbar sind. Ob Zirbenbetten also tatsächlich für einen besseren Schlaf sorgen, müssen in Zukunft besser dokumentierte Studien an deutlich mehr Testpersonen klären.

Referenz:
Donau-Universität Krems
Zirbenholz: Waldgeruch als Schlafhilfe? medizin transparent, Cochrane Österreich 2021; https://www.medizin-transparent.at/zirbenholz-waldgeruch-als-schlafhilfe/

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Neurologie Wissenschaft

Schlaganfall: Schlaf fördert Regeneration

Genügend Schlaf ist für viele Funktionen unabdingbar, unter anderem für die kognitiven Funktionen, die Gedächtnisfestigung und die Erhaltung der Gesundheit von Gehirn und Körper.

Ein Hirnschlag ist ein akut auftretender fokal-neurologischer Ausfall, dessen Ursache im Gefässsystem liegt. In den letzten drei Jahrzehnten wurde erkannt, dass zwischen Schlaf und Schlaganfall eine komplexe wechselseitige Beziehung besteht. Zum einen wurde aufgezeigt, dass Schlaf-Wach-Störungen (SWD) ein unabhängiges Schlaganfallrisiko darstellen. Zum anderen wurde beobachtet, dass einige SWD bei einem Hirnschlag neu auftreten können. 

Ein Team um Claudio Bassetti und Antoine Adamantidis von der Universitätsklinik für Neurologie der Uni Bern und des Inselspitals konnten nun aufzeigen, dass die Induktion von langsamwelligem Schlaf (dem Non-REM-Schlaf, auch als Tiefschlafphase bezeichnet) bei einem Nagetiermodell die motorische Erholung nach einem Schlaganfall verbessert. Dazu wandten sie die Optogenetik an, eine Technologie, mit der sich neuronale Aktivität und Hirnwellen mit Licht kontrollieren lassen. Ausserdem bringen diese Erkenntnisse langsame Wellen, ein während des Schlafs vorherrschender Typ von Hirnwellen, mit der Förderung der Plastizität des Gehirns in Verbindung.

In der seit Langem bestehenden Kontroverse über die Rolle dieser Wellen für das Gehirn bei Gesundheit und Krankheit bietet dies einen neuen konzeptuellen Ansatz. Die gewonnenen Erkenntnisse eröffnen die Möglichkeit, den Schlaf zu fördern und zu verbessern, etwa durch Medikamente oder transkranielle Gehirnstimulation, um die Erholung nach einem Schlaganfall zu fördern.

Referenzen:
Universität Bern; Slow waves promote sleep-dependent plasticity and functional recovery after stroke; The Journal of Neuroscience, 21. Okt. 2020; https://www.jneurosci.org/content/early/2020/10/14/JNEUROSCI.0373-20.2020

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Leben Neurologie Wissenschaft

REM-Schlaf beeinflusst Essverhalten

Viele verschiedene Hirnregionen zeigen eine erhöhte Aktivität während des REM-Schlafs, einer Schlafphase, in der wir intensiv träumen und die durch schnelle Augenbewegungen gekennzeichnet ist. Auch der sogenannte laterale Hypothalamus, eine kleine, evolutionär konservierte Struktur bei allen Säugetieren im Zwischenhirn, zeigt erhöhte Aktivität während des REM-Schlafs. Warum, ist weitgehend unbekannt. Im Wachzustand orchestrieren die Nervenzellen aus diesem Hirnareal den Appetit und die Nahrungsaufnahme und sie spielen eine wichtige Rolle bei Motivation und Suchtverhalten.

Forschende der Universität Bern und des Inselspitals, Universitätsspital Bern, haben nun entdeckt, dass die Aktivität dieser Nervenzellen während des REM-Schlafs, unser Essverhalten reguliert. Wird diese Aktivität bei Mäusen durch Lichtimpulse unterdrückt, ist ihr Appetit gestört und die Mäuse nehmen weniger Nahrung zu sich.

Das bedeutet, dass der REM-Schlaf nötig ist, um die Nahrungsaufnahme stabil zu halten, so die Forscher, und dass nicht die Schlafmenge allein wichtig ist, damit wir uns wohl fühlen, sondern dass es auch auf die Schlafqualität ankommt.

Der entdeckte Zusammenhang zwischen der Aktivität der Zellen im REM-Schlaf und dem Essverhalten könnte dazu dienen, neue Therapieansätze bei Essstörungen zu entwickeln. Zudem könnten sie auch für die Motivation und das Suchtverhalten von Bedeutung sein.

Referenzen:
Universität Bern, Inselspital Bern
Pressemitteilung
REM sleep stabilizes hypothalamic representation of feeding behavior, P.N.A.S., 31 July 2020,
https://doi.org/10.1073/pnas.1921909117

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