Kategorien
Genetik Tiermedizin Wissenschaft

Was Mäuse schlank und stark macht

…könnte eines Tages vielleicht auch den Bauchumfang von Menschen reduzieren und ihn mit mehr Muskeln versehen. Anlass zu dieser Hoffnung geben deutsche Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit Forschern aus Spanien, Finnland, Belgien, Dänemark und den USA.

Sie stellten fest, dass der Zelloberflächenrezeptor A2B besonders häufig in braunem Fettgewebe zu finden ist und dieser die Fettverbrennung ankurbelt. Je mehr A2B eine Maus bildet, desto mehr Wärme produziert sie.

Noch spannender war aber eine zweite Beobachtung: Die Tiere wiegen trotz ihrer gesteigerten Fettverbrennung kaum weniger als ihre Artgenossen. Sie sind zwar schlanker, haben aber gleichzeitig mehr Muskeln. Tatsächlich konnten die Forscher nachweisen, dass auch die Muskelzellen von Mäusen den A2B-Rezeptor tragen. Wird er durch das passende Molekül stimuliert, regt dies in den Nagern das Muskelwachstum an.

Um zu sehen, ob die Ergebnisse auch Aussagekraft für den Menschen haben, untersuchten die Wissenschaftler zudem menschliche Zellkulturen sowie entnommenes Gewebe. Dabei stellten sie fest, dass bei Menschen mit einer großen Menge von A2B-Rezeptoren das braune Fettgewebe auf höheren Touren läuft. Gleichzeitig verbrauchen ihre Muskelzellen mehr Energie – ein möglicher Hinweis darauf, dass sie ebenfalls aktiver sind und eventuell verstärkt neugebildet werden.

Die Aussicht, einen Rezeptor an der Hand zu haben, der typische Alterungseffekte wie eine Gewichtszunahme aufhalten könnte, ist elektrisierend, erklären die Forscher. Momentan gibt es allerdings noch keinen zugelassenen Wirkstoff, der den A2B-Rezeptor stimulieren kann.

Referenz:
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Adenosine/A2B receptor signaling ameliorates the effects of ageing and counteracts obesity. Cell Metabolism, June 25, 2020
DOI: https://doi.org/10.1016/j.cmet.2020.06.006

#a2b #fettverbrennung #geriatrie #muskel #unibonn #diät #rezeptor #medizin #medimpressions

Fotocredit: Canva

Kategorien
Ernährung Leben Psychologie Wissenschaft

Vegetarier sind schlanker und weniger extrovertiert

Eine großangelegte Studie des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI CBS) in Zusammenarbeit mit dem Uniklinikum Leipzig hat an fast 9.000 Personen untersucht, wie die vegetarische Ernährung mit dem Körper und der Psyche zusammenhängt – unabhängig von Alter, Geschlecht und Bildungsstand.

Dabei zeigte sich: Je seltener tierische Nahrung auf dem Speiseplan einer Person stand, desto geringer war im Schnitt ihr Body-Mass-Index (BMI). Eine Ursache dafür könnte der geringere Konsum an stark verarbeiteten Lebensmitteln wie fett- und zuckerreichen Produkten sein. Zudem enthalten vegetarische Lebensmittel Ballaststoffe, die früher satt machen und sich positiv auf das Mikrobiom im Darm auswirken. Ebenso könnten Lebensstilfaktoren wie mehr Sport und ein höheres Gesundheitsbewusstsein eine entscheidende Rolle für ihr geringeres Körpergewicht spielen.

Die Forscher fanden zudem heraus, dass Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren introvertierter sind als solche, die sich vorrangig von Tierprodukten ernährten. „Woran das liegt, ist schwer zu sagen“, so Veronica Witte vom MPI CBS. „Es könnte daran liegen, dass introvertiertere Personen eher zu restriktiverem Essverhalten neigen oder sich aufgrund ihres Essverhaltens stärker sozial abgrenzen.“ Auch hier müssen weitere Studien dazu folgen, wie sich Menschen mit den Eigenschaften ihrer Ernährung identifizieren.

Referenzen:
Max-Planck-Institut 
https://www.cbs.mpg.de/vegetarier-sind-schlanker-und-weniger-extrovertiert-als-fleischesser
Nutrients 2020, 12(5), 1492; https://doi.org/10.3390/nu12051492

#Vegetatier #Veganer #Ernährung #Körpergewicht #BMI #Psyche #Introvertiertheit #Neurowissenschaften #Medizin #Medizinnews #Medimpressions

Fotocredit: Canva

Kategorien
Genetik Wissenschaft

Wissenschaftler entdecken Gen, das schlank hält

Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung des IMBA – Institut für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften – berichtet über die Entdeckung eines Gens (ALK), das an der Gewichtsregulierung maßgeblich beteiligt ist.

In der Studie untersuchten die Forscher die Erbgutdaten von über 47.000 Menschen und fanden dabei heraus, dass bei schlanken Menschen gehäuft eine ALK-Mutation auftrat. Um ihre Hypothese zu testen, dass ALK an der Gewichtsregulierung beteiligt ist, legten die Forscher das ALK-Gen bei Fruchtfliegen und Mäusen lahm. Es zeigte sich, dass beim Ausschalten des Genabschnitts die Blutfettwerte trotz zuckerreicher Kost niedrig blieben. Bei den Mäusen zeigte sich zudem, dass der Fettanteil sogar nochmals geringer war, wenn sie fettreiche Ernährung bekamen und sich gleich viel bewegten wie die Mäuse in der Vergleichsgruppe. Die Forscher kamen zum Ergebnis, dass die Blockierung des ALK-Gens im Hypothalamus den Energieverbrauch des Fettgewebes „anheizt“ und die Tiere trotz fettreicher Ernährung schlanker blieben.

Diese Erkenntnisse könnten zu neuen Therapieansätzen zur Vorbeugung von Übergewicht führen, allerdings wird in weiteren Studien untersucht werden müssen, ob diese auch auf den Menschen übertragbar sind.

Referenzen:
Cell, May 21, 2020, DOI: 10.1016 / j.cell.2020.04.034
https://www.cell.com/cell/fulltext/S0092-8674(20)30497-9
Institute of Molecular Biotechnology
https://www.imba.oeaw.ac.at/…/scientists-discover-a-gene-t…/

#schlankheitsgen #alk #alkmutation #josefpenninger #michaelorthofer #imba #instituteofmolecularbiotechnology #genetik #molekularbiologie #forschung #medimpressions

Fotocredits: Canva