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Haaranalysen zeigen: Meditation verringert Stress

Das Meditation erfolgreich zur Stressverringerung beitragen kann, belegen zahlreiche Studien, die auf Selbstauskünften der Untersuchten beruhen. Nun gibt es erstmals einen objektiven Beweis dafür, dass mentales Training körperliche Anzeichen von langen Stressphasen verringert, auch bei gesunden Menschen.

Als geeignete Messgröße für die Belastung durch anhaltenden Stress gilt die Konzentration von Cortisol im Haar. Je länger der Stress anhält, umso länger zirkuliert eine erhöhte Konzentration von Cortisol im Körper – und desto mehr sammelt sich davon im Haar an. Um das Stresslevel von StudienteilnehmerInnen während eines neunmonatigen Achtsamkeits-Trainings zu messen, analysierten die ForscherInnen also die Cortisol-Menge alle drei Monate. Untersucht wurden jeweils die ersten drei Haar-Zentimeter, beginnend an der Kopfhaut.
Das 9-monatige mentale Trainingsprogramm mit 80 Teilnehmern beinhaltete westliche und fernöstliche Übungen, die jeweils einen bestimmten Fähigkeitsbereich wie Aufmerksamkeit oder sozio-affektive Fähigkeiten wie Mitgefühl oder auch die Fähigkeit zur Perspektivübernahme gegenüber eigenen und fremden Gedanken, schulten.

Nach sechs Monaten Training war die Cortisol-Menge in den Haaren der ProbandInnen im Schnitt um 25% gesunken. In den ersten drei Monaten waren leichte Effekte zu sehen, die sich in den darauffolgenden drei Monaten verstärkten. Im letzten Drittel blieb die Konzentration dann auf niedrigem Niveau. Offenbar führt erst ein ausreichend langes Training zur gewünschten Stress-reduzierenden Wirkung. Der Effekt erwies sich aber als unabhängig vom Inhalt des Trainings. Möglicherweise sind also mehrere dieser Ansätze ähnlich effektiv, um den Umgang mit chronischem Alltagsstress zu verbessern.

Referenz:
Max Planck Institut Leipzig
Contemplative Mental Training Reduces Hair Glucocorticoid Levels in a Randomized Clinical Trial, Psychosomatic Medicine, https://journals.lww.com/psychosomaticmedicine/Fulltext/2021/10000/Contemplative_Mental_Training_Reduces_Hair.10.aspx

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Rettungskräfte: gestresster als angenommen

Rettungskräfte sind häufig akuten Stressoren ausgesetzt, scheinen diesen jedoch häufig zu ignorieren. Das kann schädlich sein und zu stressbedingten Krankheiten führen. In einer Studie wurde daher die Diskrepanz zwischen der von den Rettungskräften berichteten Stressreaktion und der tatsächlich gemessenen körperlichen Stressreaktion untersucht.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass bei den Rettungskräften die körperlichen Stresswerte, gemessen durch das Stresshormon Cortisol, bereits am Morgen eines Arbeitstags höher waren als bei Büroangestellten. Weiterhin wurde eine Veränderung von Immunparametern, die mit Stress in Verbindung gebracht werden, nicht nur an Arbeitstagen, sondern auch während der freien Tage, beobachtet. Die EKG-Aufzeichnungen während einer kompletten 24-Stunden-Schicht dokumentierten auch akuten Stress bei Rettungskräften auf dem Weg zu den Rettungseinsätzen. Trotz der physiologisch gemessenen höheren Stresswerte berichteten Rettungskräfte bei der Befragung subjektiv signifikant über weniger Stress als Büroangestellte. Allerdings erreichten die Rettungskräfte höhere Werte auf der Skala Depersonalisierung – einer Facette von Burnout.

Außerdem offenbarte die Studie, dass Stressoren im Rettungsdienst mit einem Anstieg von Sorgen, sozialer Isolation, Irritation und negativem Affekt sowie zu einem verringerten Flow-Erleben während der Arbeit, weniger Freude und einem schlechteren Abschalten von der Arbeit zusammenhängen. Diese Ergebnisse unterstreichen daher die Bedeutung der Entwicklung von Interventionen zur Stressbewältigung für Rettungskräfte, einschließlich der Sensibilisierung für ihre Stressreaktionen.

Referenz:
TU Dortmund, Ruhr-Universität-Bochum, Uni Lübeck, Uni Bremen, MSH
Low self-reported stress despite immune-physiological changes in paramedics during rescue operations. EXCLI Journal 2021; https://doi.org/10.17179/excli2021-3617

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Erfolg beeinflusst die Persönlichkeit

Persönlichkeitseigenschaften bestimmen nicht nur den Berufserfolg, sondern Erfolg verändert auch die Persönlichkeit. Wie, das analysierte eine schweizerische Studie anhand von Daten über 4700 berufstätigen Erwachsenen, die über einen Zeitraum von acht Jahren dreimal zu Berufserfolg und Persönlichkeit abgefragt wurden.

Berufserfolg wurde anhand des erreichten beruflichen Prestiges und des erzielten Einkommens gemessen. Die Persönlichkeit wurde anhand der grundlegenden Persönlichkeitseigenschaften Emotionale Stabilität, Extraversion, Offenheit für Erfahrungen, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit erfasst – den „Big Five“ der Persönlichkeitspsychologie. 

Die Auswertung zeigte, dass beruflich erfolgreichere Personen über die Zeit emotional stabiler und offener für Erfahrungen, aber weniger extravertiert wurden. „Der Berufserfolg ging also einher mit mehr emotionaler Entspanntheit, besserem Umgang mit Stress und weniger Sorgenmachen,“ so Andreas Hirschi, Erstautor der Studie. Zudem wurden beruflich erfolgreichere Personen mit der Zeit offener im Denken und aktiver in ihrer Vorstellungskraft. Zugleich wurden sie distanzierter sowie weniger gesprächig und gesellig.Es wurden keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen oder Altersgruppen gefunden.

Einschränkend gilt, dass die gefundenen Effekte relativ klein waren. Jedoch könnten auch relativ kleine Veränderungen in diesen Persönlichkeitseigenschaften einen bedeutsamen langfristigen Effekt auf das Leben eines Menschen haben. So zeigt die Forschung etwa, dass Personen mit größerer emotionaler Stabilität eine geringere Sterblichkeitswahrscheinlichkeit aufweisen. „Die Ergebnisse unserer Studie sind auch aussagekräftig, weil sie auf einer großen bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe beruhen, die über einen relativ langen Zeitraum begleitet wurde,“ meint Co-Autor Ulrich Orth.

Referenz:
Universität Bern
Does success change people? Examining objective career success as a precursor for personality development, Journal of Vocational Behavior 2021, https://doi.org/10.1016/j.jvb.2021.103582

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Nichtrauchen macht glücklich!

Ein in der Cochrane Library veröffentlichter systematischer Review zeigt, dass der Entschluss, mit dem Rauchen aufzuhören, nicht nur gut für den Körper, sondern auch gut für die Seele ist. Der Review fasst die Ergebnisse von 102 Beobachtungsstudien mit über 169.500 Personen zusammen. Die Autoren kombinierten die Ergebnisse von 63 dieser Studien, die Veränderungen der psychischen Gesundheitssymptome bei Personen, die mit dem Rauchen aufhörten, mit Veränderungen bei Personen, die weiterhin rauchten, kombinierten. Außerdem verglichen sie die Ergebnisse von 10 Studien, in denen erfasst wurde, wie viele Personen während der Studie eine psychische Störung entwickelten. Die Dauer der Nachbeobachtung variierte, wobei die kürzeste Studie 6 Wochen betrug, einige Studien aber auch bis zu 6 Jahre lang durchgeführt wurden.

Manche Menschen glauben, dass Rauchen Stress und andere psychische Symptome reduziert und dass ein Rauchstopp deshalb ihre psychischen Probleme verschlimmern könnte. Zudem machen sich einige Raucher Sorgen, dass ein Rauchstopp negative Auswirkungen auf ihr Sozialleben und ihre Freundschaften haben könnte.

Der Review ergab dagegen, dass Menschen, die mindestens 6 Wochen lang mit dem Rauchen aufhörten, weniger Depressionen, Ängste und Stress erlebten als Menschen, die weiter rauchten. Sie erlebten auch mehr positive Gefühle und ein besseres psychisches Wohlbefinden. Das Aufgeben des Rauchens hatte keinen Einfluss auf die Qualität der sozialen Beziehungen. Es ist sogar möglich, dass der Rauchstopp mit einer kleinen Verbesserung des sozialen Wohlbefindens verbunden ist.
Der Nutzen der Rauchentwöhnung scheint bei verschiedenen Gruppen ähnlich zu sein und verschlechtert sich auch nicht bei Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Referenz:
University of Bath, Birmingham, Oxford; New York University
Smoking cessation for improving mental health, Cochrane Database of Systematic Reviews 2021; https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD013522.pub2/full/de

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Beeinträchtigung des Gehirns durch Junk Food

Daten einer aktuellen Untersuchung aus Deutschland lassen eine alarmierende Entwicklung erkennen: 15,4 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter von drei bis 17 Jahren sind übergewichtig, 5,9 Prozent leiden regelrecht unter Fettsucht (Adipositas). Neben mangelnder Bewegung spielt auch ein ungesunde Ernährung eine zentrale Rolle: Bei Kindern und Jugendlichen steht Junk Food nämlich hoch im Kurs.

Schlechte Ernährung wirkt sich aber nicht nur auf das Körpergewicht, sondern auch auf die Leistungsfähigkeit und Gesundheit des Gehirns aus. In einer Studie der Universität Sydney wurde beobachtet, dass Zucker die Vergesslichkeit fördert und zu viel ungesundes Essen Aggressivität, Depressionen und Stress erhöht sowie bestimmte Hirnareale schrumpfen lassen kann. Bereits eine Woche einer Junk-Food-reichen Ernährung beeinträchtigt die Funktion des Hippocampus und steigert das Verlangen nach mehr – selbst, wenn man eigentlich schon satt ist.

Auch andere Forschungsarbeiten hätten nahegelegt, dass der Hippocampus anfällig für Umwelteinflüsse ist, etwa in Bezug auf Schlaflosigkeit, Stress, Umweltgifte, Depressionen und Diabetes Typ II. Kombiniert mit ungesunder Ernährung könnten diese nicht nur akute, sondern auch langfristige und zunehmende Schäden für den Hippocampus bedeuten.

Zur Förderung der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit des Gehirns werden langkettige, komplexe Kohlenhydrate, Omega-3-Fettsäuren , sowie Proteine aus Fisch, Meeresfrüchten, mageren Milchprodukten, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten empfohlen. Diese tragen zu einer positiven Hirnentwicklung bei.

Referenzen:
Stiftung Kindergesundheit
https://idw-online.de/de/news749514

Hippocampal-dependent appetitive control is impaired by experimental exposure to a Western-style diet
Richard J. Stevenson, Heather M. Francis, Tuki Attuquayefio, Dolly Gupta, Martin R. Yeomans, Megan J. Oaten and Terry Davidson
The Royal Society, Published: 19 February 2020 https://doi.org/10.1098/rsos.191338

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