Kategorien
Pneumologie Therapie Wissenschaft

Neuer Therapieansatz bei COPD

Die Lungenkrankheit COPD (chronic obstructive pulmonary disease) zählt zu den häufigsten und tödlichsten Erkrankungen weltweit und wird hauptsächlich durch Zigarettenrauchen verursacht. Zu den weiteren Risikofaktoren zählt Luftverschmutzung. Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) ist es nun gelungen, COPD in Mäusen, die chronischem Zigarettenrauch ausgesetzt waren, zu heilen.

Derzeitige Behandlungsmethoden versuchen, die Symptome zu lindern (vor allem Kurzatmigkeit und Husten mit Auswurf) sowie das Fortschreiten der Krankheit und seiner Folgeerkrankungen aufzuhalten. In schweren Fällen sind Betroffene auf eine Lungentransplantation angewiesen. Eines der größten Probleme bei COPD ist, dass die Lunge sich nicht selbst regenerieren kann. Nun wurde ein Wirkstoff der chronische Entzündungen und Fibrose in der Leber verhindern kann, im Tierversuch an Lungen von Mäusen, die chronische COPD-typische Symptome entwickelt hatten, getestet.

Das Ergebnis: Durch die Blockierung der Signalwege des Lymphotoxin-Beta-Rezeptors in der Lunge von COPD-Mäusen konnte die Formation von Immunzellfollikel, von denen man weiss, dass sie für das Fortschreiten der Krankheit relevant sind, verhindert werden. „Obwohl die Mäuse chronischem Zigarettenrauch ausgesetzt waren, konnten wir eine vollständige Wiederherstellung des Lungengewebes beobachten“, so die Forscher. Zusätzlich trat eine Verbesserung bei Folgeerkrankungen wie Muskelschwund ein. 

Erste präklinische Experimente wiesen bereits nach, dass sich die Signale des Lymphotoxin-Beta- Rezeptors in menschlichen Lungengewebeproben identisch zu den Signalwegen in der Maus verhalten. Ziel der Forscherinnen und Forscher ist es nun, den neuen Therapieansatz in den kommenden Jahren in klinischen Studien am Menschen zu testen.

Referenzen: Helmholtz Zentrum München, DKFZ
Inhibition of LTβR-signaling activates Wnt-induced regeneration in lung, Nature 4.11.2020, https:// www.nature.com/articles/s41586-020-2882-8

#copd #entzuendung #fibrose #rauchen #lymphotoxinbeta #lunge #luftverschmutzung #fibrose #medizin #medimpressions

Fotocredit: Canva

Kategorien
Dermatologie Therapie

Erste Injektion gegen Cellulite zugelassen

Cellulite betrifft mehr als 90% aller postpubertären Frauen. Das Vorhandensein von Cellulite ist mit Veränderungen der Hautdicke sowie der Fettzellen und des Bindegewebes unter der Haut verbunden, was zu Grübchen auf der Oberfläche führt.

Die Food and Drug Administration (FDA) hat nun die erste injizierbare Behandlung (collagenase clostridium histolyticum-aaes) für mittelschwere bis schwere Cellulite im Gesäß erwachsener Frauen zugelassen.

Das injizierbare Mittel kombiniert zwei Kollagenasen, AUX-I und AUX-II, die gereinigte Enzyme sind und auf natürliche Weise vom Bakterium Clostridium histolyticum produziert werden. Die Injektion soll zu einer Glättung der Haut und zu einem verbesserten Erscheinungsbild von Cellulite beitragen. Als häufigste Nebenwirkungen werden Blutergüsse an der Injektionsstelle, Schmerzen, Härtebereiche, Juckreiz, Rötung, Verfärbung, Schwellung und Wärme im Behandlungsbereich angeführt.
Die Injektion wird voraussichtlich ab Frühjahr 2021 in den USA erhältlich sein.

Referenz:
https://www.dermatologytimes.com/view/first-injectable-for-cellulite-approved-by-fda

#cellulite #cellulitebehandlung #injektion #fda #zulassung #frauen #medizin #therapie #collagenaseclostridiumhistolyticumaaes #medizin #medimpressions

Fotocredit: Canva

Kategorien
Ophthalmologie Therapie Wissenschaft

Rotes Licht verbessert Sehvermögen

Drei Minuten am Tag auf ein tiefrotes Licht zu starren, kann das Sehvermögen erheblich verbessern. Das berichten Wissenschaftler des University College London.

Die Erkenntnis könnte Millionen von Menschen mit natürlich abnehmenden Sehvermögen auf eine sehr billige Art helfen dieser Alterserscheinung entgegenzutreten. Mit zunehmenden Alter kommt es, insbesondere ab 40 Jahren, zu einer Verminderung der Netzhautempfindlichkeit und damit zu einem verschlechtertem Farbsehen. „Um diesen Rückgang einzudämmen oder umzukehren, haben wir versucht die alternden Zellen mit kurzen langwelligen Lichtblitzen (670 Nanometer) zu stimulieren, so Hauptautor, Prof. Glen Jeffery. Damit werden vor allem die Energielieferanten der Zellen, die Mitochondrien, in den Photorezeptorzellen angeregt wieder mehr Energie in Form von ATP zu bilden.

Getestet wurden 24 Personen, die eine kleine LED-Taschenlampe erhielten und gebeten wurden, zwei Wochen lang drei Minuten am Tag in den Lichtstrahl zu schauen. Die Augen konnten auch geschlossen werden, da das rote Licht vom Augenlid nicht gefiltert wird.

Im Ergebnis zeigte die Therapie keinen Einfluss bei jüngeren Personen, jedoch wurden signifikante Verbesserungen bei Personen ab 40 Jahren nachgewiesen. So verbesserte sich die Farbkontrastempfindlichkeit um bis zu 20%, speziell im blauen Bereich, das im Alter anfälliger ist. Die Therapie verbesserte auch merklich die Empfindlichkeit der Stäbchen und damit die Fähigkeit, bei schlechten Lichtverhältnissen zu sehen. Für die Herstellung der Rotlicht-Lampe wurden rund 12 GBP (etwa 16 Euro) aufgewendet.

Referenz:
UCLH – University College London Hospitals NHS Foundation Trust
Optically improved mitochondrial function redeems aged human visual decline, The Journals of Gerontology: Series A, glaa155,
https://academic.oup.com/biomedgerontology/article-abstract/doi/10.1093/gerona/glaa155

#sehvermögen #auge #rotlicht #ucl #netzhaut #mitochondrien #atp #augenheilkunde #geriatrie #medizin #medimpressions

Fotocredit: Canva

Kategorien
Hepatologie Therapie Wissenschaft

Auf der Suche nach neuen Therapie-Optionen für Lebererkrankungen

Unerkannte oder unbehandelte Lebererkrankungen können häufig zu Leberzirrhose und Pfortaderhochdruck (Portale Hypertension) führen, wodurch schwere Komplikationen wie Bauchwassersucht oder innere Krampfader-Blutungen entstehen können. Oft ist nur eine Transplantation die einzige Chance auf Heilung.

Wissenschafter im neu eröffneten Christian Doppler(CD)-Labor für „Portale Hypertension und Leberfibrose“ an der Medizinischen Universität Wien, begeben sich nun auf die Suche nach neuen Therapieansätzen für Lebererkrankungen und möchten u.a. Mechanismen aufklären, die zur Gewebsvernarbung (Fibrosierung) der Leber beitragen. Zudem soll das „Potenzial der Rückentwicklung von geschädigtem in gesundes Lebergewebe beleuchtet werden, das eventuell durch Medikamente unterstützt werden kann“, erklärt Thomas Reiberger, der Leiter des CD-Labors.

Referenz:
Presseaussendung Medizinische Universität Wien
APA OTS, 15. Juni 2020
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200615_OTS0014/auf-der-suche-nach-neuen-therapieansaetzen-fuer-leberfibrose-und-portale-hypertension

#lebererkrankungen#leberzirrhose#portalehypertension#Bauchwassersucht#ChristianDopplerLabor#MedizinischeUniversitätWien#leberfibrose#lebergewebe#forschung#medizin#medizinnews#medimpressions

Fotocredit: Canva

Kategorien
Hämatologie Onkologie Therapie Wissenschaft

CAR-T-Zelltherapie beim Multiplen Myelom

Die Behandlung mit CAR-T-Zellen gilt als eine der Erfolg versprechendsten Innovationen in der Onkologie der letzten Jahre und hat zur Zulassung von zwei CAR-T-Zellprodukten bei Patienten mit mehrfach rezidivierten oder therapierefraktären B-Zell-Malignomen geführt.

Im Fokus des virtuellen Meetings der American Society of Clinical Oncology (ASCO) stand heuer die Behandlung des rezidivierten oder therapierefraktären multiplen Myeloms, bei dem durch die Anwendung der technisch anspruchsvollen Therapie, ebenfalls hohe Erfolgsraten erreicht wurden.

Die als KarMMa bekannte Studie war die umfangreichste der präsentierten Studien. In der Phase- II-Studie sprachen drei Viertel der schwer vorbehandelten Patienten auf die neue Therapie, die in drei verschiedenen Dosen verabreicht wurde, an. Ein Drittel der 128 Patienten erreichte ein vollständiges Ansprechen mit einer mittleren Ansprechdauer von rund 20 Monaten. Die kleineren Studien zeigten Ansprechraten von 90-100%, bei ebenfalls niedrigen Raten von schweren Nebenwirkungen.

Referenzen:
ASCO Meeting library
https://meetinglibrary.asco.org/record/186139/abstract
https://meetinglibrary.asco.org/record/186159/abstract
https://meetinglibrary.asco.org/record/186155/abstract

#cart #multiplesmyelom #onkologie #asco #asco2020 #cartcell #cartzelltherapie #medizin #hämatologie #myelom  #medimpressions

Fotocredits: Canva

Kategorien
Pneumologie Therapie Wissenschaft

Biphosponate schützen vor Pneumonie

Eine kürzlich durchgeführte Studie ergab, dass Biphosphonate wie Aledendronat, die zur Behandlung der postmenopausalen Osteoporose eingesetzt werden, mit einem geringeren Risiko für Lungenentzündungen respektive Tod durch Pneumonien verbunden sind.

In der Untersuchung zeigten Hüftfraktur-Patienten unter Therapie über eine mediane Nachbeobachtungszeit von 2,7 Jahren ein um 24% geringeres Risiko für eine Lungenentzündung im Vergleich zu Patienten, die keine Biphosphonat-Behandlung erhielten. Das Sterblichkeitsrisiko aufgrund einer Pneumonie verringerte sich um 35%. Zurückgeführt wird der Effekt auf entzündungshemmende und immunmodulierende Eigenschaften der Biphophonate, die aufgrund dieser Studie nun eventuell auch zur Behandlung von COVID-19 eingesetzt werden könnten.

Referenz:
Chor-Wing S et al., Journal of Bone and Mineral Research 2020; https://doi.org/10.1002/jbmr.4030

#biphosphonat #hüftfraktur #pneumonie #lungenentzündung #covid19 #osteoporose #medizin #medimpressions

Fotocredit: Canva

Kategorien
Onkologie Therapie Wissenschaft

Angriff auf das Wachstum von aggressiven Knochentumoren

Ewing-Sarkome gehören zu den zweithäufigsten bösartigen Knochentumoren bei Kindern und Jugendlichen und führen trotz vorhandener Behandlungsmöglichkeiten bei etwa einem Drittel der Patienten zu Rückfällen mit oft fatalem Ausgang.

Wissenschaftler der LMU München konnten nun zeigen, dass die Überaktivierung eines bestimmten Gens (SOX6) – das an der natürlichen Knochenentwicklung beteiligt ist – zu einem Absterben der Zellen führte und somit das Tumorwachstum vermindert wurde.

Diese Erkenntnisse liefern einen vielversprechenden Ansatzpunkt für die Entwicklung neuer Therapiemögichkeiten, insbesondere für Ewing-Sarkom-Patienten, die eine hohe SOX6-Expression aufweisen und aufgrund der Aggressivität des Tumors bisher schlechtere Heilungschancen hatten.

Referenzen:
Nature Communications, 15 May 2020
https://doi.org/10.1038/s41467-020-16244-2
Ludwig-Maximilians-Universität München
https://www.uni-muenchen.de/…/20…/gruenewald_elesclomol.html

#ewingsarkom #knochentumor #lmu #sox6 #genexpression #forschung #medizin #medizinnews #medimpressions #onkologie #sarkom

Fotocredits: Canva

Kategorien
Dermatologie Therapie Wissenschaft

Biologischer Wirkstoff als Therapieoption bei Kontaktekzemen

Forscher der MedUni Wien untersuchten mittels eines Mausmodells und ex vivo-Kulturen von menschlicher Haut die Wirksamkeit der biologischen Substanz APOSEC bei Kontaktekzemen, da in früheren präklinischen Studien bereits nachgewiesen werden konnte, dass der körpereigene Wirkstoff antibakteriell wirkt, die Neubildung von Gefäßen induziert und die Wundheilung fördert.

In der aktuellen Studie wurde festgestellt, dass deutlich weniger entzündliche Reaktionen auftraten, weil APOSEC offenbar die dendritischen Zellen beeinflusst. Er verhindert ihre Differenzierung und Ausreifung, wodurch die Zellen deutlich weniger Antigene aufnehmen und damit die allergische Reaktion entscheidend verringert wird.

Die vielversprechenden Resultate könnten alternative Therapieoptionen von Hauterkrankungen ermöglichen. Als nächster Schritt sollen klinische Studien für inflammatorische Hauterkrankungen initiiert werden, da eine Anwendung auch für atopische Ekzeme, Psoriasis oder die komplexe Graft-versus-Host-Reaktion nach Transplantationen aussichtsreich scheint.

Referenzen:
EBioMedicine
https://www.thelancet.com/…/eb…/PIIS2352-3964(20)30149-3.pdf
Medizinische Universität Wien
https://www.ots.at/…/kontaktekzeme-der-haut-neue-therapiefo…

#kontaktekzem #biologischerwirkstoff #aposec #antibakteriell #wundheilung #meduniwien #studie #forschung #medizin #dermatologie #medizinnews #medimpressions

Fotocredits: Canva

Kategorien
Therapie

Generika wirken gleich gut wie originäre Wirkstoffe

Eine Studie der MedUni Wien kommt zu dem Ergebnis, dass Generika bei der Behandlung von Hypertonie, Hyperlipidämie und Diabetes Mellitus in Bezug auf ihre Wirksamkeit gleich gut wie originäre Wirkstoffe sind.

Die Wissenschaftler haben in einer retrospektiven Beobachtungsstudie 17 Medikamente untersucht. Der Dachverband der österreichischen Sozialversicherungen stellte Gesundheitsdaten, die alle in Österreich krankenversicherten Personen (Gesamtzahl 9,413.620) umfasste, zur Verfügung.

„Durch die große Zahl an inkludierten PatientInnen konnten wir sehr genaue Ergebnisse erhalten“, erklärt Studienautor Georg Heinze, „es stellte sich heraus, dass Generika zumindest gleich gut wie originäre Substanzen in Bezug auf Vermeidung von kardiovaskulären Ereignissen und Reduktion der Mortalität wirken. In einer früheren Arbeit hatten wir schon einmal das Kostendämpfungspotenzial durch Verschreibung von Generika für das österreichische Gesundheitswesen errechnet, nun vervollständigt sich das Bild.“

Referenzen:
Pressemitteilung Medizinische Universität Wien; APA OTS 12.05.2020
https://www.google.at/…/www.ot…/amp/pr/OTS_20200512_OTS0053/
Publikation in Nature:
https://www.nature.com/articles/s41598-020-62318-y

#generika #wirksamkeit #hypertonie #hyperlipidämie #diabetes #studie #meduniwien #medizin #medimpressions

Fotocredits: Canva

Kategorien
Dermatologie Therapie Wissenschaft

Antihistaminika als Therapieoption bei Hautkrebs?

Eine neue Studie der Universität Lund zeigt, dass Antihistaminika das Überleben von Patienten, die an einem bösartigem Melanom erkrankt sind möglicherweise verbessern können.

In der Studie untersuchten die Forscher die Verwendung von sechs Antihistaminika bei Patienten, bei denen ein schwerer Hautkrebs diagnostiziert wurde. Sie beobachteten ein verbessertes Überleben und eine Risikoreduktion bei zwei der angewendeten Substanzen. Die Verwendung der anderen Antihistaminika zeigte keinen signifikanten Überlebenseffekt.

Das Forschungsteam plant nun Tierversuche und randomisierte Studien, um die Mechanismen hinter der Wirkung, die geeignete Dosis und die optimale Behandlungsdauer zu verstehen.

Referenzen:
Allergy, 4 March 2020
https://doi.org/10.1111/all.14273
Lund University​, Sweden
https://www.lunduniversity.lu.se/article/antihistamines-may-help-patients-with-malignant-melanoma

#antihistaminika #melanom #hautkrebs #forschung #science #medizin #medicalscience #medizinnews #medimpressions

Fotocredits: Canva