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Kaiserschnitt: kein erhöhtes Risiko für Atemwegserkrankungen

Verschiedene Studien haben einen Zusammenhang zwischen der Geburt per Kaiserschnitt (Sectio) und dem Auftreten eines erhöhten Risikos für spätere Atemprobleme festgestellt, wobei ein möglicherweise erhöhtes Risiko für Allergien und Erkrankungen des Atmungssystems postuliert wird. Es wird vermutet, dass Faktoren, die die Entwicklung des Mikrobioms und des Immunsystems des Neugeborenen beeinflussen, eine große Rolle spielen. Hier werden der Kontakt mit dem Mikrobiom der Mutter im Geburtskanal aber auch der Zeitpunkt und die Art des Einsatzes von Antibiotika unter der Geburt, sowie epigenetische Effekte von Stress unter der Geburt erwähnt.

Eine umfangreiche Schweizer Langzeitstudie, die 578 gesunde Termingeborenen einschloss, konnte jedoch keine erhöhten Risiken für Atmungsprobleme nach Kaiserschnittgeburt ermitteln. Bei den Kindern wurden während des ersten Lebensjahres wöchentlich detailliert die Symptome von Atemwegserkrankungen erhoben, sowie im Alter von 6 Wochen eine Lungenfunktion durchgeführt. Nach sechs Jahren wurden die Lungenfunktion, sowie erworbene Erkrankungen des Atmungssystems und die Allergieneigung erhoben. Damit ist diese Studie eine der längsten um umfangreichsten zum Thema, weshalb auch die Aussagekraft der Resultate als hoch eingestuft wird.

Die Ergebnisse im Detail: schon im ersten Lebensjahr konnte kein Zusammenhang zwischen Kaiserschnitt-Geburten und Erkrankungen des Atmungssystems mehr nachgewiesen werden. Die Lungenfunktionen von Kindern nach Normalgeburt und nach Kaiserschnitt wiesen keinen Unterschied auf, weder 6 Wochen nach Entbindung noch nach sechs Jahren.

Referenz:
Universität BernAre children born by cesarean section at higher risk for respiratory sequelae?, Am J of Obstetrics and Gynecology 2021; https://doi.org/10.1016/j.ajog.2021.07.027

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Probiotische Milchsäure-Bakterien für die Nase

Lactobacillus casei könnte vor chronischen Schleimhautentzündungen schützen. Die Bakterien kommen im Nasen/Rachenraum vor und könnten eine bisher unbekannte gesundheitsfördernde Rolle spielen, berichten belgische Forscher im Fachblatt „Cell Reports“.

Möglicherweise kann die Behandlung mit einem „probiotischen Nasenspray“ ein gestörtes Nasen-Mikrobiom wieder normalisieren und so die Beschwerden bei Rhinosinusitis lindern. Bei Erkrankten zeigt sich nämlich eine deutlich geringere Keimzahl an Lactobacillus-Arten. In Laborversuchen unterdrückten die L. casei-Bakterien das Wachstum verschiedener Erreger von Atemwegsinfektionen, darunter Haemophilus influenzae, Moraxella catarrhalis und Staphylococcus aureus. Auf Schleimhautzellen hatten die Bakterien zudem eine entzündungshemmende Wirkung. Erste Versuche am Menschen bestätigen die Wirksamkeit gegen Krankheitserreger.

Referenz:
Lactobacilli have a niche in the human nose, Ilke De Boeck et al.:Cell Reports
https://www.cell.com/cell-repor…/…/S2211-1247(20)30627-6.pdf

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