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Sprachanalyse identifiziert Lungenstauungen

Die Sprachanalyse mit einer Smartphone-App identifiziert Lungenstauungen bei Patienten mit Herzinsuffizienz und ermöglicht ein frühzeitiges Eingreifen, bevor sich ihr Zustand verschlechtert.

Herzinsuffizienz betrifft weltweit mehr als 26 Millionen Menschen. Sie ist die häufigste Ursache für Krankenhausaufenthalte in den USA und in Europa. Eine strenge Überwachung der Patienten könnte die damit verbundenen Krankenhausaufenthalte und Todesfälle verringern. Das häufigste Symptom ist Atemnot, die durch Wasserstauungen in der Lunge verursacht wird. Eine Lungenstauung führt zu subtilen Veränderungen der Sprachmuster, die ein Instrument zur Beurteilung des klinischen Status sein können.

Die Studie umfasste 40 Patienten, die mit akuter Herzinsuffizienz und Lungenstauung ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Die Patienten wurden gebeten, bei der Aufnahme und kurz vor der Entlassung fünf Sätze auf einem Standard-Smartphone aufzuzeichnen. Die Dauer jeder Aufnahme betrug 2–5 Sekunden. Die Forscher fanden heraus, dass die Technologie erfolgreich zwischen dem Zustand bei der Aufnahme und dem Zustand bei der Entlassung unterschied.

Das System könne zur Überwachung von Patienten mit Herzinsuffizienz zu Hause eingesetzt werden. Kleine Abweichungen, die den Beginn der Flüssigkeitsansammlung anzeigen, erzeugen bei behandelten Ärzten einen Alarm. „Personen mit frühen Anzeichen einer Lungenstauung könnten Anpassungen ihrer Behandlung erhalten, wodurch die Notwendigkeit eines Krankenhausaufenthaltes vermieden wird“, so der Studienautor Professor Offer Amir.

Referenz:
ESC Pressemitteilung, 19. Juni 2020 European Society of Cardiology

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Fotocredit: Canva