Kategorien
Tiermedizin Wissenschaft

Arzneimittel-Rückstände beeinflussen Fische

Rückstände von Arzneimitteln in Gewässern wirken auch bei Fischen. Starke Effekte haben Medikamente zur Behandlung von Depressionen. Das zeigen Untersuchungen im Rahmen des Projekts „Effect Network in Water Research“ der Universitäten Heidelberg, Tübingen, sowie des Karlsruher Instituts für Technologie, die Effekte von Medikamenten und Lebensmittelzusatzstoffen in der aquatischen Umwelt erforschen.

Wie Verhaltensuntersuchungen mit Zebrabärblingen und Bachforellen zeigen, wirken Antidepressiva besonders stark: untersucht wurden Fluoxetin und Citalopram, die in großen Mengen zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden. Diese neuroaktiven Substanzen führten bereits in außerordentlich geringen umweltrelevanten Konzentrationen zu Verhaltensveränderungen. So reagieren die Embryonen von Zebrabärblingen sehr empfindlich, wenn sich die Beleuchtung ihrer Umgebung ändert. Sie schwimmen hektisch hin und her und versuchen sich zu verbergen. Unter dem Einfluss der Antidepressiva änderte sich dies: Je höher die Konzentration der beiden Arzneistoffe im Wasser war, desto weniger zeigten die Fische diesen Schutzreflex, wenn die Beleuchtung wechselte. Die Fische hatten ihre natürliche Reaktion auf Stress verloren.

Auch bei einem Antidiabetikum, das bei Typ-2-Diabetes verabreicht wird, konnten die Wissenschaftler Effekte belegen. In Experimenten an Bachforellen zeigte sich, dass sich der Wirkstoff in Mengen, wie sie beispielsweise in Flüssen nachweisbar sind – dazu führt, dass die Fische mehr Kohlenhydrate in der Leber ablegten und an Gewicht verlieren. Außerdem veränderte sich die Bakterienzusammensetzung im Darm der Tiere: es fanden sich etwa vermehrt Bakterienarten, die die Fische schwächen können.

Referenzen;
Universität Heidelberg, Eberhard Karls Universität Tübingen, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Pressemitteilung: Universität Heidelberg

#arzneimittel #rueckstaende #fische #flüsse #diabetes #umwelt #depression #fluoxetin #citalopram #medizin #medimprtessions

Fotocredit: Canva

Kategorien
Genetik Tiermedizin Wissenschaft

Was Mäuse schlank und stark macht

…könnte eines Tages vielleicht auch den Bauchumfang von Menschen reduzieren und ihn mit mehr Muskeln versehen. Anlass zu dieser Hoffnung geben deutsche Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit Forschern aus Spanien, Finnland, Belgien, Dänemark und den USA.

Sie stellten fest, dass der Zelloberflächenrezeptor A2B besonders häufig in braunem Fettgewebe zu finden ist und dieser die Fettverbrennung ankurbelt. Je mehr A2B eine Maus bildet, desto mehr Wärme produziert sie.

Noch spannender war aber eine zweite Beobachtung: Die Tiere wiegen trotz ihrer gesteigerten Fettverbrennung kaum weniger als ihre Artgenossen. Sie sind zwar schlanker, haben aber gleichzeitig mehr Muskeln. Tatsächlich konnten die Forscher nachweisen, dass auch die Muskelzellen von Mäusen den A2B-Rezeptor tragen. Wird er durch das passende Molekül stimuliert, regt dies in den Nagern das Muskelwachstum an.

Um zu sehen, ob die Ergebnisse auch Aussagekraft für den Menschen haben, untersuchten die Wissenschaftler zudem menschliche Zellkulturen sowie entnommenes Gewebe. Dabei stellten sie fest, dass bei Menschen mit einer großen Menge von A2B-Rezeptoren das braune Fettgewebe auf höheren Touren läuft. Gleichzeitig verbrauchen ihre Muskelzellen mehr Energie – ein möglicher Hinweis darauf, dass sie ebenfalls aktiver sind und eventuell verstärkt neugebildet werden.

Die Aussicht, einen Rezeptor an der Hand zu haben, der typische Alterungseffekte wie eine Gewichtszunahme aufhalten könnte, ist elektrisierend, erklären die Forscher. Momentan gibt es allerdings noch keinen zugelassenen Wirkstoff, der den A2B-Rezeptor stimulieren kann.

Referenz:
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Adenosine/A2B receptor signaling ameliorates the effects of ageing and counteracts obesity. Cell Metabolism, June 25, 2020
DOI: https://doi.org/10.1016/j.cmet.2020.06.006

#a2b #fettverbrennung #geriatrie #muskel #unibonn #diät #rezeptor #medizin #medimpressions

Fotocredit: Canva

Kategorien
Leben Tiermedizin Wissenschaft

Klimawandel macht Hunden zu schaffen

Die Klimaerwärmung bringt auch Hunde ins Schwitzen. Vor allem ältere und übergewichtige Hunde sind häufig von einem Hitzschlag betroffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Statistik von britischen Tierärzten aus dem Jahr 2016, die jetzt ausgewertet wurde.

Insgesamt wurden die Daten von über 900.000 Arztbesuchen analysiert. Dabei stellte sich auch heraus, dass verschiedene Rassen ein unterschiedliches Risiko für einen Hitzschlag aufweisen. Tiere mit kurzer Schnauze und eher flacher Kopfform scheinen häufiger von hitzebedingten Leiden betroffen zu sein. Das größte Risiko, so die Forscher, tragen Chow Chow (französische) Bulldoggen und Windhunde (Greyhounds). Als besonders hitzeresistent erwiesen sich Chihuahua, Jack-Russell-Terrier, Lhasa Apso und Labradoodle.

Referenz:
Incidence and risk factors for heat-related illness (heatstroke) in UK dogs under primary veterinary care in 2016, Scientific Reports, Volume 10, Article number: 9128 (2020), 18. Juni 2020
https://www.nature.com/articles/s41598-020-66015-8

#hunde #gesundheit #klimawandel #hitzschlag #medizin #medimpressions

Fotocredit: Canva

Kategorien
Tiermedizin Wissenschaft

Pubertierende Hunde leiden unter emotionalen Schwierigkeiten, wie Menschen

Emotional, unberechenbar und mit einer auffälligen Missachtung der Regeln können Jugendliche schwer zu handhaben sein. In einer aktuellen Studie stellte sich heraus, dass auch jugendliche Hunde eine Achterbahn der Emotionen durchlaufen.

Weiters zeigten Teenagerhunde, die nicht so eine starke und vertrauensvolle Bindung zu ihren Besitzern hatten, ein höheres Konfliktverhalten gegenüber ihren Haltern und folgten ihren Anweisungen weniger. Ebenso kamen Hunde früher in die Pubertät, wenn die Bindung zum Hundebesitzer geringer war.

Die Studienautoren erhoffen sich mit den Ergebnisse ein besseres Verständnis der Hundehalter gegenüber ihren pubertierenden Hunden, da Hunde vermehrt in Tierheimen landen, wenn sie die Pubertät erreichen.

Referenzen:
Biology Letters , The Royal Society, 13 May 2020
https://royalsocietypublishing.org/d…/10.1098/rsbl.2020.0097

#hunde #pubertät #konfliktverhalten #emotional #tiermedizin #tiere #verhalten #studie #medimpressions

Fotocredits: Canva

Kategorien
Tiermedizin Wissenschaft

Hunde sollen Coronavirus erschnüffeln

In einem aktuellen Programm der Tiermedizinischen Fakultät der Universität Pennsylvania sollen Hunde auf den Geruch des Coronavirus trainiert werden, so dass sie erkennen und signalisieren können, ob ein Mensch das Coronavirus in sich trägt. So könnten vor allem jene, die infiziert sind, aber keine Symptome haben, erkannt und isoliert werden.

Acht Hunde werden im Penn Vet Programm momentan ausgebildet. In den nächsten Wochen lernen sie, den Geruch von Covid-19 in Speichel- und Urinproben von infizierten Patienten zu erkennen.

Laut Dr. Cynthia Otto, Direktorin des Penn Vet’s Working Dog Center soll „die Studie das Covid-19-Überwachungssystem unterstützen und hoffentlich eine Ausbreitung in den Gemeinden reduzieren“.

Referenzen:
University of Pennsylvania, Penn Vet​

https://www.vet.upenn.edu/about/press-room/press-releases/article/penn-vet-launches-covid-19-canine-scent-detection-study

#hunde #covid19 #dogs #schnüffeln #veterinärmedizin #pennvet #medizin #medimpressions

Fotocredits: MEDimpressions